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Rund zwei Wochen vor der regulären Jagdsaison hat das kanadische Fischereiministerium (DFO) die Robbenjagd vor der Küste Neufundlands eröffnet. Demnach dürfen bis zum 7. April bis zu 5000 ausgewachsene Sattelrobben getötet werden. Damit unterwandert die kanadische Regierung das Jagdverbot, welches normalerweise bis Mitte April in Kraft ist, um die gebärenden Mütter zu schützen und die Jungenaufzucht sicherzustellen.

„Die frühzeitige Eröffnung der Jagdsaison ist absolut verantwortungslos und birgt das Risiko, dass säugende Weibchen getötet werden und Robbenbabys qualvoll verhungern. Neben dem Klimawandel, welcher den Lebensraum der Tiere bereits enorm bedroht, wird dieser vorgezogene Start der Jagd die nächste Generation der Sattelrobben akut gefährden“, erklärt Fabienne McLellan, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit bei OceanCare. „Es ist unverständlich, dass die kanadische Regierung die kurze Schonzeit noch weiter verkürzt und sich dem Druck der Jagdindustrie beugt.“

Schweizer Importverbot für Robbenprodukte aus kommerzieller Jagd tritt am 1. April in Kraft

Mit dem Entscheid des Bundesrates Anfang März ist die Einfuhr von Robbenprodukten in die Schweiz ab 1. April verboten. OceanCare nahm 2016 an der Vernehmlassung zur Umsetzung eines Schweizer Importverbots für Robbenprodukte teil. Das Importverbot kam durch, womit in der Schweiz Ein- und Ausfuhr von sowie Handel mit Produkten aus kommerzieller Robbenjagd aus dem arktischen Raum verboten sind. In der Europäischen Union trat ein solches Verbot bereits 2014 in Kraft. Damit gehört die Schweiz zu vielen Ländern (darunter Mexico, USA und Russland), die ihren Markt für kommerzielle Robbenprodukte aus unbarmherziger Jagd schliessen. OceanCare wirkte, zusammen mit der Fondation Franz Weber, seit Langem auf ein solches Verbot in der Schweiz hin.

Ein Einfuhrverbot ist ein wichtiges Signal für das Exportland Kanada. Es zeigt, dass es keinen Markt für Robbenprodukte mehr gibt und die kommerzielle Robbenjagd nicht nur unmoralisch, sondern auch unzeitgemäss ist.

Hintergrund

Kanadische Robbenjagd

Im Osten Kanadas findet regelmässig das grösste Massaker an Meeressäugern statt. In Vergangenheit gab die kanadische Regierung jedes Jahr Hunderttausende Sattelrobben zur Jagd frei. Die Robbenjäger in Kanada schlachten im Akkord und die Tötungsmethoden sind äusserst grausam. Jedes Jahr gehen die Bilder um die Welt. Auf schaukelnden Eisblöcken und Schiffen ist eine tierschutzgerechte Jagd nicht möglich. Selbst Schüsse treffen die Tiere nicht tödlich und oftmals leben Robben noch, wenn ihnen das Fell abgezogen wird. OceanCare hat sich, zusammen mit der Fondation Franz Weber, seit vielen Jahren für ein Importverbot von Robbenprodukten aus dieser grausamen Praxis engagiert. 2014 nimmt der Nationalrat das Einfuhrverbot endlich an, welches nun am 1. April 2017 in Kraft tritt.

Bundesratsentscheid: Schweiz verbietet die Einfuhr von Robbenprodukten