Gastblog von Carlos Lau Guzmán

Ich bin Peruaner und arbeite seit mehr als vier Jahren als Retter von Meeressäugern, die entlang der Küsten von Lima in Not geraten sind. 2012 gründete ich die Organisation Ballena Azul und dank der Arbeit mit meinem Team konnten wir bereits verschiedene Robben retten, die sich in Plastikmüll verfangen hatten und die ohne unsere Hilfe elend zu Grunde gegangen wären.

Immer mehr Tiere geraten aufgrund von menschlichen Einflüssen in Not. Auch schlechte Fischfang-Praktiken tragen zum Leid der Robben bei. Diese verfangen sich in verloren gegangenen Netzen, oder sind verletzt, weil die Fischer sie zu erschlagen versuchen. Manche Tiere sind leider nicht zu retten. Sie sind so verletzt, dass sie sterben oder unsere Hilfe zu spät kommt.

(c) Ballena Azul

Robbe mit Autoreifen um den Hals

Manchmal ist es kaum zu glauben, in was sich die Tiere verfangen. Da war zum Beispiel eine noch nicht ausgewachsene junge Robbe, die einen Autoreifen um den Hals hatte. Oder ein junges Männchen, dessen Brustflosse in einem Netz verfangen war. Ein paar Surfer hatten es zwischen den Felsen am Strand entdeckt und uns alarmiert. Das Gelände, auf dem es sich befand, war zum Glück leicht zugänglich. So haben wir es geschafft, das Tier auf einer Trage  zum Tierarzt zu bringen, wo es verarztet und vom Kunststoffnetz befreit werden konnte. Nach einem Tag in Beobachtung und Fütterung, konnten wir das Tier mit Hilfe eines lokalen Tourismusbetreibers in der Nähe des Fundortes bei den Inseln Palomino und el Callao wieder freilassen.

Manchen Tieren können wir leider nicht helfen, weil sie sich an Orten befinden, die sehr schwer zugänglich sind und uns die minimalsten Rettungsutensilien fehlen. Um zum Beispiel jenen Tieren, die auf den vorgelagerten Inseln sind, zu helfen, würden wir ein Boot benötigen. Wenn wir uns ausgewachsenen Tieren nähern, fliehen sie sofort. Deshalb entwickeln wir laufend neue Strategien, einschliesslich Sedierung mit Beruhigungsmitteln und Herstellung von Spezialgeräten zum Durchtrennen von Kunststoffbändern und Fischernetzen.

Mit der Unterstützung von OceanCare und den neuen Möglichkeiten werden wir künftig in der Lage sein, viel mehr Robben an Perus Küsten zu retten. Auch die Umweltbildungsmassnahmen von OceanCare helfen uns Tiere zu retten, denn wenn die Öffentlichkeit sensibilisiert ist, gelangt weniger Plastik ins Meer.

Die Arbeit der Fundación Ballena Azul in Peru scheint weltweit ein Tropfen auf den heissen
Stein zu sein. Doch es geht ums Überleben jedes einzelnen Tieres. Unsere Hilfe ist konkret und notwendig. Wir wollen nicht zulassen, dass der Plastikmüll den Meerestieren das Leben nimmt.

(c) Ballena Azul

Gerettete Robbe zurück in Freiheit