<

Wädenswil, 7. Oktober 2020: In Kamtschatka, im Nordosten Russlands sind seit Anfang Oktober Meerestiere gestrandet – Augenzeugen berichten von einem Massensterben. Ursache und Ausmass der Katastrophe sind noch unklar. Vermutet wird, dass das Meereswasser durch giftige Substanzen verseucht wurde. Besonders betroffen sind der Strand von Khalatyrsky und die Avacha-Bucht. Die Region ist sehr artenreich und Lebensraum von Seeotter, Robben und Orcas.

Suche nach den Ursachen

Zunächst wurde spekuliert, dass das Massensterben durch Erdöl verursacht worden sei. Die örtlichen Behörden berichteten, dass der Ölgehalt des Wassers um das Vierfache über dem zulässigen Grenzwert lagen. Auch der Phenol-Gehalt war zu hoch. Das russische Verteidigungsministerium bestreitet, dass die Pazifikflotte für den Vorfall verantwortlich sei.

Die Umweltschutzorganisation WWF Russland teilte mit, dass eine lösliche und “hochgiftige transparente Substanz” im Wasser treibe. Am Dienstag, 6.10.2020, entnahmen Experten in der Ortschaft Kozelsky Wasserproben, wo sich zu Sowjet-Zeiten eine Deponie für giftige Chemikalien befand. Gemäss Wladimir Solodow, dem Gouverneur der betroffenen Region, könnte dies eine mögliche Erklärung für die Umweltkatastrophe sein.

OceanCare fordert eine sofortige Untersuchung der Vorkommnisse, um den Schaden einzudämmen und Langzeitfolgen zu verhindern.

Wir stehen im engen Kontakt mit unserer Partnerorganisation, dem Far East Russia Orca Project (FEROP), die auch in der Avacha-Bucht Orcas beobachtet.