Am Montag, 10. Dezember, hat OceanCare zusammen mit UNEP/MAP am Fish Forum 2018 der General Fisheries Commission of the Mediterranean (GFCM) einen Workshop über die Vermeidung und Verringerung der Meeresverschmutzung im Mittelmeer veranstaltet. Als Panelisten sprachen Fabienne McLellan (OceanCare), Gaetano Leone (UNEP/MAP), Iryna Makarenko (Black Sea Commission), Joanna Toole (FAO) und Dr. Andrea Stolte (WWF Deutschland). Nicolas Entrup moderierte die Veranstaltung. Die Diskussionen zwischen den Teilnehmenden basierend auf den Präsentationen der Panelisten wurden anschliessend zu Empfehlungen ausgearbeitet.

Das Mittelmeer gilt als sechster Müllstrudel. Die durchschnittliche Dichte von Kunststoffen im Mittelmeer ist vergleichbar mit derjenigen im offenen Ozean. Im Vergleich zu den anderen fünf Müllstrudeln, findet sich ein höherer Anteil an grösseren Kunststoffteilen – Fragmente dominieren (87,7% der an der Oberfläche treibenden Plastikabfälle). Zudem gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass Mikroplastik in Fischen und Wirbellosen im Mittelmeer verbreitet ist.

Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen

Das nachhaltige Entwicklungsziel 14.1 (SDG 14.1) sieht klar vor, die Meeresverschmutzung bis 2025 deutlich zu verringern, was zu einer nachhaltigen Entwicklung und nachhaltigen Fischerei beitragen wird. Angesichts des prognostizierten Anstiegs um bis zu 33% der weltweiten Kunststoffproduktion ist die Erreichung von SDG 14.1 gefährdet, was den Handlungsbedarf noch dringender macht.

Geisternetze

Hinsichtlich verlassener, verlorener und zurückgelassener Fischereigeräte, sogenannte Geisternetze, fehlen Anreizprogramme für die Fischer, die diese zum Handeln bewegen. Doch auch bestehende Massnahmen werden nur ungenügend umgesetzt. Zudem müssen die Verhaltensmuster unserer Gesellschaft, die zu einem nicht nachhaltigen Lebensstil des Überkonsums führen, berücksichtigt werden, wenn man sich mit den Hürden befasst, die einer Veränderung im Weg stehen.

Vier dringende Empfehlungen an die GFCM

Unter der ausfühlichen Liste an Empfehlungen, die OceanCare der GFCM einreichen wird, finden sich vier besonders dringende Angelegenheiten:

  1. Die Bemühungen und Lösungsansätze auf nationaler und internationaler Ebene müssen harmonisiert und koordiniert werden.
  2. Solche koordinierten Bemühungen sollten sich an erfolgreichen Massnahmen orientieren, die nachweislich eine signifikante Reduktion des Mülls erreichen konnten.
  3. Lösungen für Makro- und Mikroplastik in der Meeresumwelt müssen weit über das Problem des Abfalls hinausgehen – wir benötigen eine funktionierende Kreislaufwirtschaft, die nachhaltig mit Rohstoffen umgeht und Müll auf ein Minimum reduziert.
  4. Der Workshop hat bestätigt, dass es in den Häfen weitgehend an Entsorgungsmöglichkeiten für Fischereigeräte und weitere Abfälle aus dem Meer mangelt. Die Annahme und Entsorgung von Fanggeräten und anderen aus dem Meer geborgenen Abfällen in den Häfen muss verbessert werden. Es gilt, Anreizprogramme zu entwickeln und umzusetzen.