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Der Tiefseebergbau steht am Übergang von der Erkundung zur kommerziellen Ausbeutung. Die Tiefsee ist nach wie vor kaum erforscht und mögliche Auswirkungen des Tiefseebergbaus auf die Meeresumwelt vermutlich immens. OceanCare startet deshalb sein neues Programm zum Tiefseebergbau mit einem inhaltlichen Schwerpunkt auf Unterwasserlärm.

Obwohl der Tiefseebergbau diverse bekannte Risiken für die Meeresumwelt birgt, ist zu befürchten, dass es nicht bei der Erkundung bleiben wird.

Steigender Rohstoffbedarf, die Erschliessung neuer Geschäftsbereiche und geopolitische Erwägungen könnten zur Ausbeutung der Bodenschätze in der Tiefsee führen. OceanCare möchte mit seinem Programm zu Tiefseebergbau bewirken, dass die Umweltrisiken des Tiefseebergbaus umfassend erforscht und globale, verbindliche und umfassende Regularien zum Schutz der Meeresumwelt vor negativen Auswirkungen des Tiefseebergbaus geschaffen werden. Tiefseebergbau sollte nur betrieben werden, wenn er tatsächlich notwendig ist und auf umweltschonende Weise erfolgen kann. Auf die Erschliessung sowie den Abbau von mineralischen Rohstoffen in der Tiefsee sollte verzichtet werden, solange diese Punkte nicht geklärt sind. Deshalb schliesst sich OceanCare dem Ruf zahlreicher Wissenschaftler und Nicht-Regierungsorganisationen für ein Moratorium an. Ein solches Moratorium wird bereits von politischen Entscheidungsträgern (u.a. des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission) gefordert.

Aufgrund ihrer Expertise und Erfahrung im Bereich Unterwasserlärm, konzentriert sich OceanCare darauf, die relevanten Entscheidungsträger für die Auswirkungen von Lärm auf die Meereslebewesen zu sensibilisieren und darauf hinzuwirken, dass in Regularien zum Tiefseebergbau verbindliche und detaillierte Bestimmungen zur Vermeidung und Minimierung von Unterwasserlärm enthalten sind.

Die Tiefsee ist ein dunkler Lebensraum, in dem die Akustik für die dortigen Lebewesen wahrscheinlich eine sehr grosse Rolle spielt. Dieser sensible Lebensraum ist bereits durch verschiedene menschgemachte Faktoren (u.a. die Auswirkungen der Klimaerwärmung, Plastikabfälle und die Grundschleppnetz-Fischerei) unter Druck geraten, weshalb weitere Stressoren unbedingt vermieden werden sollten. Darüber hinaus sind Lärmemissionen durch den Tiefseebergbau entlang der gesamten Wassersäule inklusive der Wasseroberfläche zu erwarten. Die negativen Auswirkungen von Unterwasserlärm auf Lebewesen in höheren Wasserschichten sind vielfach wissenschaftlich belegt worden.