Wädenswil, 20. Juli 2017. Ende Juni hat die Schweizer Meeresschutzorganisation OceanCare auf Youtube ein Kurzvideo über die Hai- und Delphinjagd in Peru lanciert. Über 200‘000 Menschen haben das Video bisher gesehen – neben zahlreichen Zuschauern aus der Schweiz stiess das Video besonders in den betroffenen südamerikanischen Ländern auf grosses Interesse. Über 120‘000 Videozugriffe erfolgten aus Peru, Brasilien, Chile, Ecuador und Costa Rica.

Delphine und andere Kleinwale sind in Peru seit 1997 streng geschützt. Illegal und kaum von der Regierung geahndet, harpunieren lokale Fischer fern der Küste vor allem Schwarzdelphine, um mit deren Fleisch Haie anzuködern. Auch die Haifischerei in Peru widerspricht den Gesetzen des Landes, denn 95% der gefangenen Haie sind noch Jungtiere. So werden die Populationen an den Rand der Auslöschung gebracht. Bislang wusste die Öffentlichkeit kaum von diesem grossen Tier- und Artenschutzproblem.

Das neulich veröffentlichte Kurzvideo zeigt Aufnahmen aus einer Undercover-Recherche des Biologen und Umweltaktivisten Stefan Austermühle, der sich als Präsident der peruanischen Umweltschutzorganisation Mundo Azul gegen die grausame Jagd einsetzt. Austermühle recherchierte 2013 verdeckt an Bord eines Haifischer-Bootes, um die in Peru illegale Praxis festzuhalten und an die Öffentlichkeit zu bringen. Dies ist ihm, in enger Zusammenarbeit mit OceanCare, nun gelungen.

Die grosse Reichweite des Youtube-Videos zeigt, dass die Weltöffentlichkeit auf die Problematik aufmerksam wird – ein zentraler Treiber für Schutzbemühungen. „Wir versprechen uns von dieser Aktion eine Kehrtwende. Das Video soll die Öffentlichkeit in Peru und weltweit aufrütteln und die peruanische Regierung zum Handeln bewegen. Es braucht öffentlichen Druck um unsere Forderungen in Peru und auf globaler Ebene durchsetzen. Dass das Video gerade in der betroffenen Region rege geschaut und geteilt wurde, ist besonders wichtig“, sagt Fabienne McLellan, zuständige Projektleiterin von OceanCare.

OceanCare engagiert sich auch direkt vor Ort für einen Wandel. Per 2018 sind Workshops und Schulungen mit lokalen Fischern geplant. Sie sollen dazu beitragen, die Fischer für die ökologischen Probleme zu sensibilisieren und Wege aufzuzeigen, wie sie ihren Lebensunterhalt auf umweltfreundlichere Weise bestreiten können.

OceanCare ruft die Menschen ausserdem weltweit dazu auf, sich einer Petition für den konsequenten Schutz von Haien anzuschliessen. Die Organisation fordert von internationalen Gremien und Fischereikommissionen, koordiniert zusammenzuarbeiten und die Umsetzung von bereits beschlossenen Massnahmen sicherzustellen. Um den Haifang einzudämmen und die Überfischung zu stoppen, sind insbesondere ein globales Finning-Verbot und regionale und saisonale Schonzeiten unerlässlich. Zudem sollen die Entscheidungsträger eine nachhaltige und wissenschaftlich fundierte Fangquotensetzung erarbeiten, sowie artenspezifische Grössenlimiten festlegen. „Haie sind hochentwickelte und an den marinen Lebensraum perfekt angepasste Tiere. Die meisten Haie sind lebendgebärend und ihre Geschlechtsreife erreichen sie erst mit 10 Jahren oder noch später“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare und fügt an: „Die Haie brauchen dringend unseren Schutz“.