Zum offiziellen Start der diesjährigen kommerziellen Robbenjagd an Kanadas Ostküste verliess nur ein einziges Boot den Hafen im Golf von St. Lorenz. Das bestätigte das Fischereiministerium DFO gegenüber dem IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). Das Schiff fährt in Richtung nördlicher Golf – die einzige Region, in der Robben gesichtet wurden – um die wenigen Tiere zu töten, die die katastrophale Eissituation in diesem Jahr überlebt haben.

Dieses Jahr gab es im Golf weniger Eis als jemals zuvor. Ein Team des IFAW verbrachte die letzten Tage auf Prince-Edward-Island und in Neufundland, um die Eisbedingungen und die wenigen überlebenden Jungtiere zu dokumentieren. Sattelrobben benötigen Eis für die Geburt und Aufzucht ihrer Jungtiere. Die Sterblichkeitsrate wird dementsprechend sehr hoch sein. Die Rote Liste gefährdeter Arten führt an, dass Sattelrobben durch den Klimawandel bedroht sind.

Das mangelnde Interesse an der diesjährigen Robbenjagd liegt nicht nur an der geringen Zahl von Jungtieren, sondern auch an der mangelnden Nachfrage nach Robbenprodukten. Die Märkte für Robbenfelle scheinen gesättigt. Der Preis wird vermutlich bei ca. 15 Fr. pro Stück liegen, im Vergleich zu noch 100 Fr. im Jahr 2006.