Schallkanonen für die Suche nach Öl- und Gasvorkommen im Meeresgrund zählen zu den lautesten Lärmquellen, die der Mensch einsetzt. Betroffene Meerestiere leider unter erhöhtem Stress, erleiden physische Schäden und werden in ihrer Kommunikation und Nahrungssuche beeinträchtigt. Im Wasser breitet sich der Lärm über hunderte Kilometer in alle Richtungen aus. Darauf weisen nun erneut 2 US-Wissenschaftler hin, die Aufnahmen aus der Südlichen Taranaki-Bucht in Neuseeland veröffentlichten, einem wichtigen Nahrungsgebiet des Blauwals.

Im Taranaki-Becken will Schlumberger, Weltmarktführer im Bereich Ölsuche, auf 1,9 Mio. Hektar Fläche mit Schallkanonen nach Lagerstätten suchen. Dabei wird alle paar Sekunden Explosionsschall unvorstellbarer Lautstärke durch das Wasser bis tief in den Meeresboden geschickt, um aus den Echos auf Lagerstätten zu schliessen. Der Empfänger der Daten ist der österreichische Ölkonzern OMV. OMV Neuseeland hält Beteiligungen an neun Explorationslizenzen (acht davon als Betriebsführer) und drei Offshore-Produktionslizenzen in der Taranaki-Region. Der Konzern gehört damit zu den grössten Explorationslizenzinhaber in Neuseeland.

Einem Bericht des New Zealand Herald zufolge will die Umweltschutzbehörde des Landes die Studie der US-Wissenschaftler eingehend prüfen. In einem Unterstützungsabkommen, dass die Labour-Minderheitsregierung mit den Grünen schloss, ist ein Blauwal-Schutzgebiet in Taranaki vorgesehen.