Vor wenigen Tagen wurde ein Vorschlag der Internationalen Walfangkommission (IWC) bekannt, der das seit 1986 geltende Walfangmoratorium aushebeln und den kommerziellen Walfang für mindestens 10 Jahre wieder zulassen würde. Dabei betreiben Japan, Norwegen und Island bereits jetzt trotz Walfangverbot kommerziellen Walfang. Während der letzten Dekade hat Japan neue Mitgliedstaaten für die IWC rekrutiert. Im Gegenzug zu Wirtschafts- und Fischereibeihilfe sollen diese Insel- und Entwicklungsstaaten an der IWC im Sinne Japans abstimmen.

Ziel dieser Stimmenkauf-Politik war eine Aufhebung des Walfangverbots. Dies hat Japan bis jetzt noch nicht erreicht, aber dafür hat Japan die inzwischen 88 Mitgliedstaaten der IWC in Walfangbefürworter und Walschutz-Länder gespalten. Einige IWC Mitgliedstaaten erachteten die Situation in der IWC als unhaltbar.

Deshalb wurde eine “kleine Arbeitsgruppe” zum Thema Zukunft der IWC eingerichtet. Dieser wurde im 2009 eine noch kleinere, “Unterstützergruppe” zugeteilt. Die aus zwölf Ländern bestehende “Unterstützergruppe” stellt ihren Kompromissvorschlag nun der “kleinen Arbeitsgruppe” am 2. bis 4. März vor.  Dieser Kompromissvorschlag könnte bereits an der IWC Vertragstaatenkonferenz im Juni  verabschiedet werden.

OceanCare lehnt den Vorschlag kategorisch ab, weil er den Walfang legalisiert und für die Wale eine grosse Gefahr darstellt. Zudem würde der Kompromiss die Walfangländer für ihr beharrliches Ignorieren des Walfangmoratoriums belohnen.

http://www.iwcoffice.org/_documents/commission/future/IWC-M10-SWG4.pdf