Kanada und Norwegen betreiben ihre Anfechtung des EU-Handelsverbots für Robbenprodukte weiter. Sie haben nun formell bei der WTO (Welthandelsorganisation) die Berufung von Spezialisten beantragt, die das EU-Gesetz auf seine Rechtmässigkeit überprüfen sollen.

Tierschutzorganisationen wie IFAW, Fondation Franz Weber und OceanCare bedauern, dass die Regierungen Kanadas und Norwegens das Recht der Europäer, Nein zu einer blutigen, grausamen und unnötigen Industrie zu sagen, ignorieren.

Die EU hat bisher betont, dass sie im Falle einer WTO-Anfechtung die Werte der Europäer verteidigen wird. Das EU-Handelsverbot wurde so entworfen, dass es mit allen internationalen Verpflichtungen der EU vereinbar ist und den Richtlinien der WTO entspricht.
Das EU-Handelsverbot für Robbenprodukte wurde am 20. November 2009 verabschiedet und trat am 20. August 2010 in Kraft. Es richtet sich gegen kommerzielle Robbenjagden. Die grössten finden in Kanada, Norwegen und Namibia statt. Das Gesetz beinhaltet eine Ausnahmeregelung für Inuit und für die Jagd zum Eigenbedarf. Kanada und Norwegen hatten schon vor Inkrafttreten des Gesetzes angekündigt, dass sie es vor der WTO anfechten würden. Die formalen Konsultationen bei der WTO begannen im November 2009.