Gestern gab das kanadische Fischereiministerium (DFO) für dieses Jahr eine Quote von 400.000 Sattelrobben frei. OceanCare ist entsetzt, dass die Kanadische Regierung die Quote aufgrund der Bedrohung der Robben durch fehlende Eisflächendürfen nicht stark reduziert hat. Auch dem Umstand, dass in den letzten Jahren die Märkte für die Robbenfelle zusammengebrochen sind, hat Kanada nicht Rechnung getragen.Gemäss Fischereiministerium soll bei der Vergabe von jährliche Jagdquoten wissenschaftliche Informationen zum Bestand der Populationen, sowie veränderte Umweltbedingungen und die Anzahl der in der Arktis, Kanada und Grönland insgesamt getöteten Tiere berücksichtig werden. OceanCare bemängelt, dass dies nicht der Fall ist. Wissenschaftler des Kanadischen Fischereiministeriums warnten vor kurzem, dass der Bestand der Sattelrobben zurückgeht, die Reproduktionsrate drastisch sinkt, schlechte Eisbedingungen zunehmen und sich die unkontrollierte Jagd in Grönland negativ auf den Bestand auswirkt. Ein kürzlicher Statusbericht der Wissenschaftlern des Fischereiministeriums kommt zum Schluss, dass gemäss Managementplan maximal eine Quote von 300’000 Tieren vergeben werden dürfe.

Dass der kanadische Fischereiminister mit der Quote von 400’000 Tieren sein eigenes wissenschaftliches Gremium ignoriert ist skandalös. OceanCare wird bei der Kanadischen Regierung protestieren. Wer den Protest unterstützen will kann bei OceanCare vorgedruckte Protestkarten bestellen.

Ob die Robbenjagd in Kanada noch lange weitergeführt werden kann ist trotzdem fraglich. In den letzten fünf Jahren ist der durch die Robbenjagd erzielte Profit massiv eingebrochen. 2011 nahmen nur noch 225 Jäger teil und erwirtschafteten gerade mal 900’000 Franken. Vor kurzem schlossen sich Russland, Weißrussland und Kasachstan den Handelsverboten der EU, USA und Mexikos für Robbenprodukte an. Im Schweizer Parlament ist auch eine Motion hängig, die ein an die EU Regelung angelehntes Importverbot für Robbenprodukte verlangt.