Die Internationale Walfangkommission (IWC) plant, Island Japan und Norwegen den kommerziellen Walfang zu erlauben.Diese Ländern sollen Fangquoten für 1.392 Wale jährlich erhalten. Damit würde das Walfang-Moratorium von 1986 ausgehebelt. Die Fangquoten sind Teil eines Kompromissvorschlages, der an der Walfangkonferenz im Juni zur Abstimmung gelangt. Der „Kompromiss“ verlangt wenig von den Walfangländern. Der Vorschlag der IWC erlaubt Norwegen jährlich den Abschuss von 600 Zwergwalen – das sind sogar 44 Tiere mehr als das nordeuropäische Land in den letzten 10 Jahren durchschnittlich getötet hat. Island dürfte künftig 160 Wale im Jahr töten – der Fang im letzten Jahr betrug 204 Wale. Japan bekäme laut IWC-Plänen in den nächsten fünf Jahren je 632 Tiere, also nur minim weniger als es in den letzten zwei Jahren getötet hat. Als Gegenleistung müssten die Walfangländer der Schaffung eines Walschutzgebiets im Südatlantik zustimmen- – einem Gebiet, in dem gar keine Wale gejagt werden.

Mit der Vergabe von kommerziellen Fangquoten durch die IWC droht auch das Ende des internationalen Handelsverbot für Walprodukte durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES), das die IWC als höchste Instanz in Sachen Walschutz anerkennt und die Entscheide an jene der IWC anlehnt.

OceanCare kritisiert den Kompromissvorschlag, der vor allem den Walfangländern etwas bringt, den Walschutzländern wenig und den Walen gar nichts bringt. Walfang sollte den Ureinwohnern als Lebensgrundlage vorbehalten sein und für Industrienationen, die rein kommerzielle Interessen anstreben, verboten bleiben.