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START DES WASHINGTONER ARTENSCHUTZABKOMMENS: WALSCHUTZ SOLL GESCHWÄCHT WERDEN

Island und Norwegen weiten Walfleischhandel aus

Eine Koalition von Natur- und Tierschutzorganisationen hat am 22. September bestätigt, dass Island erneut mehr als 1‘500 Tonnen Finnwalfleisch nach Japan verschifft hat. Finnwale sind nach wie vor stark bedroht. Die Meldung kommt pünktlich zu Beginn der 17. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES), die in diesem Jahr in Johannesburg stattfindet.

Die Artenschützer des Animal Welfare Institutes (AWI), der Environmental Investigation Agency (EIA), OceanCare, Pro Wildlife und der Wal und Delphinschutzorganisation WDC hatten zwischen Juli und September den Weg des Transportschiffs „Winter-Bay“ vom isländischen Hafnarfjörður, über die Nordostpassage, bis ins japanische Osaka verfolgt. Der Verdacht, dass es sich bei der Ladung um das Fleisch bedrohter Finnwale handelt, wurde schliesslich durch die isländischen Handelsdatenbank Hagstofa und isländische Medienberichte bestätigt. Die Winter-Bay hatte bereits im letzten Jahr 1‘800 Tonnen Finnwalfleisch nach Japan geliefert.

Das CITES Sekretariat hat für die Konferenz, die am 24. September in Johannesburg begann, den umstrittenen Vorschlag eingebracht,  Entscheidung 14.81 zu Grosswalen aufzuheben. Dies könnte zu einer verfrühten Neueinstufung des Schutzstatus vieler Walarten führen und das Walfangverbot gefährden.

“Die CITES-Vertragsparteien müssen sicherstellen, dass die Entscheidung 14.81 beibehalten wird, wie sie ist”, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. “Eine Aufhebung könnte erneut dazu führen, dass der Handel eine unkontrollierbare Walfangindustrie befeuert.”

Astrid Fuchs, Programmleiterin bei WDC, erklärt: “Es ist unverständlich, dass CITES diesen Vorschlag überhaupt in Erwägung zieht. Der Handel mit Walprodukten eskaliert Dank Island, Japan und Norwegen momentan, trotz Handelsverbot und Walfangmoratorium.“

Auch aus Norwegen steht gerade die Ausfuhr von 195 Tonnen Zwergwalfleisch nach Japan an. Dies wäre die grösste norwegische Lieferung seit Einführung des internationalen Walfangverbots vor 30 Jahren.

Susan Millward, Geschäftsführerin von AWI, äusserte sich besorgt: “Island, Norwegen und Japan tun, was sie können, um den kommerziellen Walfang und den Handel mit Walprodukten anzuheizen. CITES muss das IWC-Moratorium unterstützen und den ausufernden Handel mit Walfleisch endlich thematisieren“.

Island, Norwegen und Japan haben gegen das Handelsverbot mit Finn- und Zwergwalprodukten einen sogenannten Vorbehalt eingelegt, was ihnen den Im- und Export untereinander ermöglicht.

“Es gibt keine Entschuldigung für Island und Norwegen weiterhin Wale unter Missachtung des seit 30 Jahren bestehenden Walfang-Moratoriums zu schlachten. Die internationale Gemeinschaft muss  endlich entschieden einschreiten“, so Clare Perry, Kampagnenleiterin von EIA.