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Das Unternehmen One Source Proteins unterstützt die Kampagne „Don’t Buy from Icelandic Whalers“

Boston, 21. März 2017. Die Mitglieder der Koalition „Don’t Buy from Icelandic Whalers“ hat bekräftigt, dass ihre Kampagne weitergehen wird, bis Island den kommerziellen Walfang und den internationalen Handel mit Walprodukten endgültig einstellt. Daran ändern auch die jüngsten Meldungen nichts, wonach das isländische Walfangunternehmen Hvalur hf die Sommerjagd auf die gefährdeten Finnwale aussetzt. Die Koalition fordert Supermärkte, Caterer und andere Unternehmen der Ernährungswirtschaft auf, möglichst keine Meerestiere von isländischen Unternehmen zu kaufen, die mit dem Walfang in Verbindung stehen.

„Die gefährdeten Finnwale erhalten nun das zweite Jahr in Folge eine Schonfrist vor den isländischen Harpunen. Wir fordern die Unternehmen aber auf, mit ihrer Kaufkraft dafür zu sorgen, dass Island die Tötung von Walen endgültig beendet“, sagt Taryn Kiekow Heimer, Senior Policy Analyst des Natural Resources Defense Council (NRDC).

Nur Wochen vor der Seafood Expo teilte One Source Proteins – ein Seafood-Handelsunternehmen – der Koalition mit, dass es keine Produkte mehr von Friosur S.A. Chile importiert, einem Tochterunternehmen von HB Grandi, Islands grösster Seafood-Firma. HB Grandi (das auch bei der Seafood Expo ausstellt) ist durch seinen Vorsitzenden Kristján Loftsson mit dem Walfang verbunden, denn dieser ist auch Geschäftsführer von Hvalur hf. One Source Proteins hat auch klargestellt, dass es kommerziellen Walfang und Handel mit Walprodukten ablehnt und von seinen Lieferanten verlangt, sich von derlei Aktivitäten fernzuhalten.

„Unsere Koalition gratuliert One Source Proteins zu seiner Entscheidung, aus Ablehnung des kommerziellen Walfangs keine Seafood-Produkte mehr von isländischen Walfängern zu beziehen“, sagt DJ Schubert, Wildtierbiologe beim Animal Welfare Institute (AWI). „Damit gesellt sich die Firma zu einer wachsenden Zahl an Unternehmen, die durch ihre Einkaufsentscheidungen klargemacht haben, dass kommerzieller Walfang inakzeptabel ist.“

„Walfang ist eine grausame Praxis, die nicht länger toleriert werden sollte“, bekräftigt Elizabeth Hogan, Campaign Manager for Oceans & Wildlife bei World Animal Protection. „Wenn alle Nahrungsmittelhändler ihre Verbindungen zu Unternehmen lösen, die mit dem isländischen Walfang in Verbindung stehen, wird die kommerzielle Tötung von Walen durch isländische Walfänger ein Ende finden.“

Island ist eines von nur drei Ländern, die kommerziellen Walfang und internationalen Handel mit Walprodukten betreiben und dabei internationales Recht missachten. Im Jahr 2015 tötete Hvalur 155 der bedrohten Finnwale, so viel wie nie zuvor seit 1986 das weltweite Moratorium auf kommerziellen Walfang in Kraft trat. Hvalur hat den Tod von mehr als 700 der gefährdeten Finnwale seit 2006 zu verantworten und lieferte mehr als 7200 Tonnen Finnwalprodukte nach Japan, davon 3300 Tonnen alleine in den letzten beiden Jahren.

„Die bedrohten Finnwale sind nun ein zweites Jahr in Folge in Sicherheit, aber das temporäre Aussetzen der Finnwaljagd muss in ein endgültiges Ende umgewandelt werden“, verlangt Clare Perry, Leiterin der Meereskampagne der Environmental Investigation Agency (EIA). „Die isländische Regierung hat schlichtweg keinen Grund, dieses Abschlachten weiterhin zuzulassen, von dem nur wenige Individuen profitieren, und unter dem Islands internationales Ansehen und möglicherweise auch seine Fischereiwirtschaft leiden.“

Das Aussetzen der sommerlichen Finnwaljagd durch Hvalur ist eine positive Entwicklung für die Wale, aber die Koalition wird die Situation genau im Auge behalten, denn schon in der Vergangenheit war die Finnwaljagd ausgesetzt worden, nur um dann von Neuem zu beginnen. Ausserdem wurde nur die Finnwaljagd abgesagt, während die Tötung von Zwergwalen weitergeht. Nach einer von der isländischen Regierung festgelegten Quote können entgegen dem Walfangmoratorium in diesem Jahr bis zu 264 Zwergwale getötet werden. Ein erheblicher Teil des Fleisches aus dieser Jagd wird Island-Touristen serviert, von denen die meisten aus den USA und aus dem Vereinigten Königreich kommen.

„Hvalurs Entscheidung, keine Finnwale zu töten, ist eine begrüssenswerte Entwicklung im jahrzehntelangen Kampf für ein Ende des kommerziellen Walfangs“, sagt Scott Leonard vom Nantucket Marine Mammal Conservation Program (NMMCP). „Dieses kann erst erreicht werden, wenn auch die Jagd auf Zwergwale beendet wird. Touristen können dazu beitragen, die Grausamkeit des Walfangs in Islands zu beenden, einfach indem sie kein Walfleisch essen.“

„Konsumenten haben die Macht, mit ihren Kaufentscheidungen den kommerziellen Walfang in Island zu beenden“, sagt Regina Asmutis-Silvia, Geschäftsführerin von Whale and Dolphin Conservation North America (WDC-NA). „Kommerzieller Walfang ist brutal, unprofitabel, umweltschädlich und nicht nachhaltiger als die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes.“

„Die Tierarten in den Weltmeeren werden von nicht nachhaltiger Fischerei zugrunde gerichtet“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. „Seafood von Unternehmen zu beziehen, die mit dem Walfang in Verbindung stehen, ist unvertretbar. Kaufentscheidung müssen daher bewusst getroffen werden.“

Die Website der Koalition, www.DontBuyFromIcelandicWhalers.com, gibt Auskunft welche Firmen in Nordamerika Meerestier-Produkte von Unternehmen beziehen, die mit Hvalur verbunden sind, und informiert Konsumenten, wie sie gegen den isländischen Walfang aktiv werden können. Die Koalition bestehet aus zahlreichen Organisationen, darunter AWI, CarbonFix International, Cetacean Society International, Dolphin Connection, EIA, Greenpeace USA, International Marine Mammal Program des Earth Island Institute, NMMCP, NRDC, OceanCare, WDC-NA, Whaleman Foundation und World Animal Protection.

Für weitere Informationen über die Kampagne: www.DontBuyFromIcelandicWhalers.com.

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