Die 50-minütige Dokumentation über die illegale Delphinjagd vor den Küsten Perus erlangt globale Aufmerksamkeit. Das Sekretariat des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP und das Jackson Hole Wildlife Film Festival organisieren zum World Wildlife Day am 3. März 2019 einen Film Showcase, wofür „A Feather to Kill“ zu den Finalisten zählt. Sämtliche Finalisten-Beiträge werden in das Reise-Showcase aufgenommen und damit weltweit gezeigt.

Delphine und andere Kleinwale sind in Peru seit 1997 streng geschützt. Illegal und kaum von der Regierung geahndet, harpunieren lokale Fischer fern der Küste vor allem Schwarzdelphine, um mit deren Fleisch Haie anzuködern. Auch die Haifischerei in Peru widerspricht den Gesetzen des Landes, denn 95% der gefangenen Haie sind noch Jungtiere. So werden die Populationen an den Rand der Auslöschung gebracht. Bis vor Kurzem wusste die Öffentlichkeit kaum von diesem grossen Tier- und Artenschutzproblem.

Die zur Tötung der Delphine eingesetzten Harpunen, in Peru „pluma“ („Feder“) genannt, wurden im November 2016 zwar verboten, doch bislang hat die peruanische Regierung den Vollzug dieses Verbots verpasst. Weiterhin fallen den tödlichen Federn unzählige Delphine zum Opfer.

Der Anfang 2019 fertiggestellte Dokumentarfilm „A Feather to Kill“ deckt diese illegale Praxis auf. Der Protagonist des Films, Biologe und Umweltaktivist Stefan Austermühle, begibt sich auf Undercover-Recherche an Bord eines Haifischer-Bootes und hält die grausame Tötung von Delphinen fest, deren Fleisch für den Fang von Haien eingesetzt wird. Austermühles Einsatz in Peru wird begleitet von Blue Voice-Gründer Hardy Jones, der sich den Schutz von Delphinen zur Lebensaufgabe gemacht hat. OceanCare hat mit allen Beteiligten eng zusammengearbeitet und war an der Realisation des Dokumentarfilms massgeblich beteiligt.

OceanCare ist erfreut, dass der Film nun internationale Beachtung erhält. Neben dem Showcase anlässlich des World Wildlife Day zeigt ihn am 9. März auch das International Ocean Film Festival in San Francisco, wo die beiden Direktoren Hardy Jones und Uli Pförtner für den Director’s Award prämiert werden. Tragischerweise ist Hardy Jones Ende 2018 aufgrund langer Krankheit verstorben. Der bekannte Filmemacher, Delphinschützer und BlueVoice-Gründer Hardy Jones arbeitete unermüdlich daran, die Schönheit und Verletzlichkeit von Walen und Delphinen in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und war ein mutiger Kämpfer, der die Bedrohungen durch Treibjagden und Schadstoffe im Meer aufdeckte.

„A Feather to Kill ist ein wichtiger Beitrag, der ein grosses Tier- und Artenschutzproblem eindrücklich dokumentiert und die Öffentlichkeit aufrüttelt. Dank der Nominierung erlangt das Thema weltweite Aufmerksamkeit, was für unsere Bemühungen zum Schutz der Delphine und Haie vor Peru sehr wertvoll ist. Der Film ist auch ein ganz besonderes Vermächtnis und ein Tribut an Hardy Jones und seinen grossen Einsatz für die Delphine“, sagt Fabienne McLellan, Leiterin Internationale Zusammenarbeit bei OceanCare.

Zurzeit läuft die Suche nach internationalen Filmagenten, damit der Film einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden kann.