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Die vergangene Woche war für die Delphine die bisher schlimmste dieser Jagdsaison. An vier verschiedenen Tagen trieben die Jäger erfolgreich Rundkopfdelphine in die Todesbucht und töteten die meisten davon. So fielen den Delphinjägern auch gestern wiederum etwa zehn der empfindsamen Meeressäuger zum Opfer. In der ganzen Woche waren es etwa 40 Tiere.

Heute aber war zum Glück ein guter Tag für die Delphine. Regen, Wellen, Wind und Sonntag. Mehr als genug, um die Jagdboote im Hafen zu behalten. Ein weiterer Tag, um mit allem anderen, was so an Arbeit anfällt, aufzuholen. Und Zeit für Recherchen. Manchmal allein, manchmal gemeinsam mit Freunden, die auch hier sind.

Zu den Recherchen gehört, dass es jemandem (aus diversen, sicher für alle nachvollziehbaren Gründen nenne ich keine Namen) gelungen ist, zu beobachten und fotografieren, wie Reste von geschlachteten Delphinen, das heisst Eingeweide, Knochen und Köpfe, in grosse Behälter abgefüllt und auf einen Kleinlaster verladen wurden.

Ebenfalls ist es gelungen, diesem Kleinlaster vom Schlachthaus in Taiji aus zu folgen. Das Fahrzeug fuhr nach Katsuura, zum dortigen bekannten Fischmarkt, wo täglich viele Tonnen Thunfisch und andere Fischarten umgesetzt werden. Hier stehen jeden Morgen viele Grossbehälter herum, in welche die Fischer alle Fischabfälle werfen.

Hierher also kommen auch die Quecksilber-belasteten traurigen Reste der geschlachteten Delphine. Bis zu diesem Punkt ist alles klar. Der Rest ist vorderhand Spekulation. Ich gehe davon aus, dass die Delphinreste den Fischresten von Katsuura beigemischt und dann maschinell zu einem Brei püriert werden.

Was könnte mit diesem Brei geschehen? Ich sehe drei Verwertungs-Möglichkeiten:

1) Verarbeitung zu Düngemittel
2) Verarbeitung zu Tierfutter
3) Verarbeitung zu Futter für die wachsende Zahl von Fischzuchten in der Präfektur Wakayama.

Dies soll also unser nächster Schritt der Aufklärungsarbeit sein.

Hans Peter Roth