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Heute Vormittag wurde Dänemarks Antrag für eine Erhöhung der Walfangquote für die Ureinwohner Grönlands zur Selbstversorgung abgelehnt. Der Antrag löste eine intensive Diskussion aus, weil er klar kommerzielle Aspekte beinhaltet. Das Walfleisch ist in Supermärkten erhältlich, wird in Restaurants zu schicken Speisen zubereitet und auch als Catering an Kreuzfahrtschiffe geliefert. Auf den Speisekarten gibt es ausgefallene Gerichte wie Wal-Carpaccio mit Mozzarella, Wal-Nudeln mit Tomatensauce oder Walfleisch mit Chilli und Basilikum sowie viele andere Gerichte aus aller Welt, einfach auf Basis von Walfleisch. Die Angebote sollen die Touristen anlocken und tun es auch, haben aber nichts mehr mit Selbstversorgung zu tun.

Dänemark und Grönland waren nicht bereit, auf die Quotenerhöhung zu verzichten und verlangten, dass über den Antrag abgestimmt wird. Dieser wurde mit 25 Ja, 34 Nein und 3 Stimmenthaltungen abgelehnt und erhielt nicht die erforderliche Dreiviertelmehrheit, ja nicht einmal eine einfache Mehrheit.

Der Status quo wäre Grönland sicher gewesen, wenn während der Verhandlung eingelenkt worden wäre. Doch Dänemark zog es vor sehr riskant zu spielen und hat damit die Quote für die nächsten sechs Jahre verloren. Die Begründung des Bevölkerungswachstums war nicht glaubwürdig, weil die Zunahme der Einwohner nicht indigene Wurzeln haben, sondern aus anderen Ländern stammen wie Dänemark, Norwegen, Schweden, Island, Thailand, Philippinen, Deutschland, Polen und andere mehr. Diese zugezogenen Einwohner Grönlands haben ebenso wenig Anrecht auf Walfleisch wie die Touristen. Nur die 12% Einwohner mit indigenen Wurzeln haben das Recht auf Walfleisch. “Diesem Umstand haben die IWC Mitgliedstaaten Rechnung getragen und den erhöhten Bedarf an Walfleisch Grönlands abgelehnt.” sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare “Das ist zwar bitter für die Grönländer, aber selbstverschuldet.”