Das isländische Fischereiministerium nahm zu den Enthüllungen der Walmehl-Exporte in die EU Stellungnahme. Kurz zusammengefasst gibt das isländische Fischereiministerium an, dass es sich im Falle der Angaben des Exportes nach Dänemark um eine versehentliche Falschdeklarierung von „Fischmehl“ als „Walmehl“ handelt. Der Fehler werde mit 31.3.2010 in den Daten des isländischen statistischen Zentralamtes korrigiert.

Im Falle des Walfleischexportes nach Lettland war sich der Exporteur nicht bewusst, dass Lettland [Anm. EU-Mitglied] Zwergwale in CITES-Anhang I listet. Da Island die Listung von Zwergwalen in Anhang I nicht anerkennt und diese somit als Anhang II behandelt werden, wäre auch keine Einfuhrgenehmigung des Staates vorgesehen gewesen. Island versichere, dass man versuchen werden, dass so etwas nicht mehr vorkomme.

Kommentar unserer Partnerorganisation WDCS, welche die illegalen Exporte enthüllt hat:

Es ist besonders fragwürdig, wie es in solch einer sensiblen Angelegenheit zu solch fatalen Fehlern seitens der isländischen Behörden kommen kann.

Wie soll man den Angaben Vertrauen schenken, wenn der Exporteur zweimal innerhalb weniger Wochen die gleichen falschen Angaben tätigt?

Island befindet sich in Gesprächen mit der Europäischen Union (EU) über ein etwaiges Beitrittsansuchen. Es gibt nur eine Handvoll Länder, die die CITES Anhang I Listung von Bartenwalarten nicht anerkennen. Welches Rechtsverständnis hat die isländische Regierung, wenn es annimmt, Lettland könne Walfleisch importieren? Auf welche isländische Exportfirma wurde die Exportgenehmigung ausgestellt? Welche Beweisführung gibt es, dass es sich nicht um Walmehl gehandelt hat, wissend, dass dieses in der Entwicklung und Erzeugung ist? Wie sollen die dänischen Behörden die Angaben der isländischen Regierung prüfen, handelt es sich doch um einen Export, der vor einem Jahr durchgeführt wurde? Wie rechtfertigt die isländische Regierung, dass es Nachforschungen gemeinnütziger Organisationen bedarf, um sich dermaßen fehlerhafter Praktiken anzunehmen?

Die WDCS erwartet einen lückenlose Aufklärung der Exporte sowie rechtliche Schritte gegenüber der isländischen Exportfirma im nachgewiesenen Fall des Walfleischexportes nach Lettland.

Dieser Forderung schliesst sich OceanCare vorbehaltlos an.