<

Die EU-Mitgliedstaaten hatten sich verpflichtet bis zum 31.12.2020 die europäischen Meere in einen „guten Umweltzustand“ zu bringen. Gemessen sollte ein solcher Zustand sowohl an den gesunden Populationen der Meerestiere als auch an der Ausrichtung einer nachhaltigen Fischerei, Reduktion des Eintrages von Müll und des Unterwasserlärms werden. Fortschritte gibt es, jedoch wurde die Zielsetzung eindeutig verfehlt.

Eine Koalition von Arten- und Meeresschutzorganisationen, darunter OceanCare, der BUND, der IFAW, Koalition Clean Baltic und Seas at Risk wenden sich nun gemeinsam an die Umweltminister der EU-Mitgliedsstaaten, um sie an deren rechtliche Verpflichtung zu erinnern und fordern insbesondere für die Reduktion des Unterwasserlärms messbare Maßnahmen.

Liegt der Fokus der Mitgliedsstaaten vor allem auf der Messung von Unterwasserlärm, so fordern die Verbände klare Schritte zu dessen Reduktion. Sowohl intensive Lärmquellen, wie Schallkanonen bei der Suche nach Ölvorkommen, militärische Sonare zum Aufspüren von U-Booten, industrielle Aktivitäten, die stetigen Lärmemissionen durch die Transportschifffahrt und viele andere Lärm verursachenden Quellen verschmutzen den akustischen Lebensraum Meer.

Zu den konkreten Forderungen der Verbände zählen

  1. ein Verbot der Suche nach Kohlenwasserstoffressourcen mit Schallkanonen, eine der lautesten durch menschliche Aktivitäten erzeugte Unterwasserlärmquelle. Darüber hinaus wäre ein Förderverbot im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens.
  2. Verringerung der Geschwindigkeit für den Schiffsverkehr, welches nachgewiesener Weise zu einer Lärmreduktion führt. Diese Maßnahme würde ebenfalls Vorteile für die Umwelt mit sich bringen, so zum Beispiel die Reduktion von CO2 und Rußemissionen.
  3. Reduzierung des vermeidbaren Einsatzes aktiver Sonarsysteme seitens der Marine.
  4. Europaweite Lärmminderungsstrategien überall dort, wo der Unterwasserlärm nicht vermieden werden kann.

Die Forderungen decken sich u.a. auch mit den Schlussfolgerungen eines aktuellen Experten-Artikels “Underwater Noise – The neglected threat to marine life”, an dem auch Experten von OceanCare mitgearbeitet haben.

Hier finden Sie den Brief an die deutsche Bundesumweltministerin Schulze.