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Manche EU-Mitgliedstaaten schreiben Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVPs) vor dem Einsatz seismischer Schallkanonen („Airguns“) vor, andere hingegen nicht. Schallkanonen werden für die Suche nach Kohlenwasserstoffvorkommen (Öl, Gas) im Meer eingesetzt.

Als z.B. ein norwegisches Unternehmen von September 2013 bis Januar 2014 den kroatischen Teil der Adria untersuchte, wurde alle 10 bis 15 Sekunden Explosionsschall aus Airguns mit bis zu 240 dB zum Meeresboden geschickt, mit Konsequenzen für die Meereslebewesen in weitem Umkreis. Die kroatische Regierung hatte dennoch keine Umweltverträglichkeitsprüfung vor diesen Aktivitäten verlangt. So etwas wird in Zukunft nicht mehr passieren.

In einer aktuellen Anfragebeantwortung im Europäischen Parlament stellt Karmenu Vella, EU-Kommissar für Umwelt, Maritime Angelegenheiten und Fischerei fest, dass Schallkanonen für die Prospektion im Meer zwar nicht verboten sind, dass aber ihr Einsatz einer UVP zu unterziehen ist. Vella hält auch fest, dass die FFH-Richtlinie und die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie als wesentliche Mittel zur Förderung der Biodiversität und zur Erreichung eines guten Umweltzustands zu beachten sind.

Vellas Schlussfolgerungen kommen in einer Antwort auf die Bestrebungen eines Unternehmens, die Bewilligung für den Einsatz von Schallkanonen zur Ölsuche im Meeresgrund vor Italien zu erhalten. Sie sind aber allgemein für alle Explorationsaktivitäten in der EU gültig. Gestützt auf die Vorgaben der beiden Richtlinien betont Vella die Notwendigkeit, UVPs durchzuführen, um Umweltschäden zu vermeiden sowie Lebensräume und Arten zu schützen.

OceanCare setzt sich zusammen mit seiner Partnerorganisation NRDC seit Jahren dafür ein, UVPs vor seismischen Untersuchungen verbindlich zu machen.