Galt die Eisbärenpopulation der Hudson Bay in den vergangenen Jahren als relativ stabil, so bestätigen neueste Zählungen einen besorgniserregenden plötzlichen Rückgang der Population.

In einer nun veröffentlichten Studie beobachten Dr. Obbard und sein Team die Eisbärpopulation an der südöstlichen Küste der Hudson Bay und James Bay. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre schrumpfte der Bestand um 17 Prozent, in Zahlen von 943 auf 780 Individuen. Auch die Anzahl der Jungtiere sank drastisch. Waren im Jahr 2011 noch 12% der Tiere der Gruppe jünger als ein Jahr, so sind dies heute nur noch 5%. Die Aufzucht der Jungtiere gestaltet sich auf Grund der Futtermittelknappheit zunehmend schwieriger.

Die Wissenschaftler geben an, dass das Schmelzen der Eisfläche und die längere eisfreie Zeit auch dazu führen, dass die Tiere kleiner und dünner werden. Bereits im Jahr 2012 konnte dokumentiert werden, dass Eisbären in der Hudson Bay sich ein Monat länger an Land aufhalten als 30 Jahre zuvor. Eisbären sind jedoch auf das Eis angewiesen, da sie dort Seehunde jagen. Ob die Managementbehörden auf Grund der neuen Erkenntnisse Konsequenzen ziehen und die Abschussquoten reduzieren bzw. einstellen, bleibt offen.