Susanne Hagen vom Verein fair-fish setzt sich für die faire und artgerechte Gewinnung von Speisefischen ein.

Susanne Hagen

Susanne Hagen

Vor zwei Jahren wandte sich eine Dame aus Basel an uns mit der Bitte, etwas dagegen zu unternehmen, dass im Detailhandel lebende Hummer auf Eis präsentiert werden. Diese Tortur ist aber nur ein kleiner Teil der Qualen, die Hummer erleiden.

Der Lebendpräsentation auf Eis geht eine lange Leidenszeit voraus. Vor dem Import werden Hummer meist monatelang unter artfremden und äusserst belastenden Bedingungen «gelagert»: in winzige Käfige eingesperrt, ohne Rückzugsmöglichkeiten und ohne Futter.

Hummer sind alles andere als soziale Tiere. Allein die unmittelbare Nähe zu anderen Hummern stresst die Einzelgänger pausenlos. Diese Tortur überleben nur die kräftigsten Tiere. Jeder fünfte Hummer stirbt, bevor er überhaupt exportiert wird. Transportiert werden sie wie eine Ware – aufrecht ohne Wasser in Styroporkisten, die auch mal herumgeworfen werden, so dass ein weiterer Teil der Hummer den Transport nicht überlebt. Wie Fische sind Hummer Kiemenatmer, die zwar kurzfristig auch Luft atmen können, aber dabei langsam ersticken. Je

Lebendpräsentation auf Eis

Lebendpräsentation auf Eis

nach Herkunftsgebiet dauert der Transport 12 bis 24 Stunden. Einige der überlebenden Hummer haben dann das Pech, lebend auf Eis präsentiert zu werden, bevor sie schlussendlich lebend gekocht werden. Weitaus mehr der überlebenden Hummer landet aber in Hälterungsbecken, die mit Süsswasser gefüllt sind. Eine zusätzliche Qual für die Salzwassertiere, deren Zellen sich mit Wasser so vollsaugen, dass diese im Extremfall platzen können. Als „krönender Schluss“ dieser Torturen landen die Tiere dann lebend oder eher bereits halb tot im kochenden Wasser. Meist sind die Pfannen zu klein, so dass sich das Wasser abkühlt, sobald der Hummer in der Pfanne landet, was die quälende Prozedur zusätzlich verlängert.

Dabei ist es längst möglich, direkt nach dem Fang schonend mit Strom betäubten und getöteten Hummer zu beziehen, wie dies bei Coop längst üblich ist.

Eine von den Kantonstierärzten erarbeitete Studie bestätigt voll und ganz, was fair-fish seit Jahren postuliert: Hummer lebend zu importieren, stellt eine massive Tierquälerei dar und sollte nicht mehr erlaubt sein.

Aus diesen Gründen hat sich fair-fish entschlossen, mit einem Brief an Bundesrat Berset zu gelangen. Bitte drucken Sie diesen Brief aus und senden Sie ihn an Herrn Bundesrat Berset, damit diese Qual endlich ein Ende hat!