Ein prägnanter Titel. Historisch wurde damit die Tätigkeit von Walfängern bezeichnet, die mutig ihre Beute verfolgten, sich Wind und Wellen entgegenwarfen, bevor sie explosive Harpunen in den Körper eines fliehenden Grosswals schossen. Es war dies eine symbolträchtige Szenerie, die an „Moby Dick“ gemahnte und nach ihrer Übertragung ins 21. Jahrhundert die Geschichte eines archaischen Kampfes im Stile eines „Der alte Mann und das Meer“-Romantizismus erzählte. Aber der Symbolismus hat auch eine andere Seite – die der skrupellosen Jagd auf ein Tier, das sich in unserem kollektiven Bewusstsein von einem Biest in eine intelligente Schöne verwandelt hat. Der „Krieg“ wurde letztendlich als ungerechte Sache angesehen, die der Gier nach Delikatessen für teure Restaurants diente. Das Beutetier verwandelte sich in ein Symbol für die Notwendigkeit, den Planeten zu retten. Zwischen der Phase des Romantizismus und der brutalen neuzeitlichen Realität lag ein Jahrhundert des Wahnsinns, in dem Wale wegen ihres Öls industriell ausgebeutet wurden – die damalige Ölindustrie.

Der Walfang fand sein offizielles Ende, als die in der Internationalen Walfangkommission (IWC) organisierten Regierungen im Jahr 1982 ein Verbot des kommerziellen Walfangs erliessen, das vier Jahre später in Kraft trat. Seit damals war die kommerzielle Jagd auf Wale untersagt und nur ein paar wenige Industriestaaten nutzen immer noch Schlupflöcher der IWC für eine Fortführung ihrer Waljagd. Und dagegen bleibt auch der Protest aktiv.

Seit dem Walfangverbot wuchs unser Wissen über eine neue Gefahr für die Wale. Über einen anderen „Krieg“, der – wenn wir ihn richtig verstehen – so viel Schaden und Zerstörung anrichtet, dass es unsere Vorstellungkraft übersteigt.

Eine Welt der Klänge wird zur Lärmhölle

Weltweit gibt es mehr als 90 Arten von Walen und Delphinen. In ihrer Grösse unterscheiden sie sich extrem – vom weniger als eineinhalb Meter kleinen Vaquita bis zum Rekordhalter, dem 30 Meter langen Blauwal. Manche sind fantastische Tieftaucher, die in Tiefseecanyons auf Nahrungssuche gehen; andere leben in flachen, schlammigen Flüssen. Manchen gehen lebenslange Familienbande ein, bei anderen schauen die Sozialstrukturen völlig anders aus. Aber eines haben sie alle gemeinsam: Ihre Welt ist eine akustische Welt.

Die Ozeane sind von Geräuschen erfüllt, die von Tieren oder von physikalischen Prozessen erzeugt werden, und Hören ist für Meerestiere zentral. Durch Rufe und Töne bleiben sie in Kontakt mit Partnern und Verwandten, tauschen sie Informationen aus, lehren sie ihre Jungen, suchen sie nach Nahrung oder finden sie ihren Weg auf Wanderungen, die zu den weitesten im Tierreich zählen. Die Evolution hat Meerestiere dafür ausgerüstet, ihre Welt mit den Ohren zu sehen. Das ist ihr Wesen.

Doch unglücklicherweise sind die Meerestiere nicht die einzigen, die aus den klanglichen Eigenschaften von Wasser Nutzen ziehen wollen. Bedenken- und rücksichtslos haben wir lärmerzeugende Technologien auf das Meer losgelassen, die im Dienste einiger der grössten und mächtigsten Akteure auf diesem Planeten stehen: der Erdöl- und Erdgasindustrie, sowie des Militärs. Der Mensch hat aus der wundervollen Welt der Klänge eine Lärmhölle für Wale, Delphine und andere Meerestiere gemacht.

Vom Gleichklang zum tödlichen Tanz

Stellen Sie sich vor, Sie stehen während des Soundchecks für ein Rockkonzert vor dem Lautsprecher. Es wird gerade die Lautstärke für den Schlagzeuger eingestellt. Zwei Schläge pro Sekunde gibt der Schlagzeuger mit der Basstrommel: „BUMM, BUMM, BUMM, BUMM“. Die Schallwellen aus dem Lautsprecher bringen Ihren Körper zum Vibrieren. Dabei verformen sich Ihre Körpermoleküle im Gleichklang mit den Schallwellen. Wie eine Ziehharmonika. Das Gefühl ist kribbelnd, ähnlich einem leichten Elektroschock, zweimal pro Sekunde.

Jetzt stellen Sie sich vor, Sie stehen bis zur Brust in einer kräftigen Brandung. Wenn die nächste Welle kommt, wird ihr Körper zunächst zu ihr hingezogen. Dann wird er von der Welle erfasst und mit beachtlicher Kraft in die Gegenrichtung gedrückt. Sie nehmen wahr, wie sich Ihre Füsse vielleicht eineinhalb Meter in die eine Richtung bewegen, und dann wieder zurück. Die Dauer, oder Frequenz, eines solchen Zyklus beträgt etwa sechs Sekunden. In dieser Zeitspanne erfährt ihr Körper ebenso eine Veränderung im Gleichklang, nur in einem viel grösseren Massstab.

Als Individuum nehmen wir diese Erfahrungen als an- oder aufregend wahr. Wenn jedoch beides kombiniert wird, dann resultiert daraus eine Welle im Wasser, die dasselbe Energiepotential hat wie der 6-Sekunden-Zyklus, aber auf einen andauernden halbsekündlichen Zyklus verdichtet. Nun ist das Ergebnis nicht mehr anregend, sondern tödlich.

Wasser ist etwa 1.500 Mal so dicht wie Luft und hat nicht die Komprimierbarkeit, die wir an Luft schätzen. Wenn ein Organismus nun im Wasser einer Schallwelle ausgesetzt wird, verformen sich zunächst die luftgefüllten Teile seines Körpers. Wenn der Lärmpegel (die Amplitude) steigt, kommt irgendwann der Punkt, an dem die Körperzellen ihre Form nicht mehr behalten können und zerstört werden. Das geschieht mit vielen Meerestieren, die dem extrem lauten Lärm ausgesetzt sind, der von Menschen erzeugt wird.

Wenn wir zum Soundcheck des Schlagzeugers zurückkehren und uns die Schallintensität beim Konzert vorstellen – Militärsonar (tief-, mittel- und hochfrequent) ist in der Wahrnehmung etwa drei Mal lauter. Das ist tödlich.

Walstrandungen: die Spitze des Eisbergs

Das Militär setzt für die Suche nach U-Booten aktive Sonarsysteme ein – vor allem in tiefen oder mittleren Frequenzen – und beschallt dabei ganze Meeresregionen mit verheerenden Lärmpegeln (siehe Infobox).

Schon seit Jahrzehnten weisen Forscher und Naturschützer auf die Gefahren des Militärsonars hin, aber erst die Strandung von 17 Walen von vier verschiedenen Arten im März 2000 auf den Bahamas bereitete den Weg für eine internationale Diskussion.

Die US Navy wies zunächst jede Verantwortung von sich und verliess sich auf die Komplexität des Themas und die schiere Unmöglichkeit, die Todesursache zu beweisen. Aber aufwendige wissenschaftliche Untersuchungen zwangen die Navy schliesslich, den Einsatz ihres aktiven Tieffrequenzsonars als einzige verbleibende Erklärung einzuräumen.

Mit den Jahren wurde immer klarer, dass alle dokumentierten ungewöhnlichen Massenstrandungen, an denen oft mehr als eine Wal- oder Delphinart beteiligt ist, mit militärischen Aktivitäten korrelieren.

Doch durch Lärm verursachte Wal- und Delphinstrandungen sind nur die Spitze des Eisbergs – eine seltene Konstellation, bei der viele zeitliche und räumliche Faktoren zusammenspielen müssen, damit die Tiere an einem Strand angeschwemmt werden. Unendlich viel mehr Tiere erleiden durch den Lärm schwere Schäden oder extremen Stress. Sie müssen aus ihren Lebensräumen flüchten, ihre Kommunikation wird übertönt, ihre Nahrungssuche wird erschwert oder sie erleiden temporäre oder dauerhafte Gehörschäden. Andere fallen der Taucherkrankheit zum Opfer, wenn sie schnell Richtung Oberfläche flüchten und im Blut gelöste Gase Bläschen bilden, die ihre Lungen, Herzen und Gehirne schädigen.

Alles im Namen der nationalen Sicherheit

In Wirklichkeit sind wir weit davon entfernt, das gesamte Ausmass der Auswirkungen des Militärsonars zu verstehen. Hinzu kommt, dass der grösste Teil dieser Auswirkungen nicht die Folge tatsächlicher Kampfhandlungen ist, sondern von Scheinkämpfen oder Übungen, die mit der nationalen Sicherheit gerechtfertigt werden.

In den vergangenen Jahren hat die internationale Gemeinschaft anerkannt, dass geeignete Massnahmen ergriffen werden müssen, um die Auswirkungen des Lärms in den Meeren zu vermindern. Dazu zählen regionale Schonzeiten, Ausschlussgebiete, die Etablierung der besten verfügbaren Technologien und Praktiken, sowie eingehende Prüfungen und Massnahmen zur Verringerung der negativen Auswirkungen. Militärische Aktivitäten jedoch sind im Allgemeinen von den Umweltschutzgesetzen ausgenommen.

Unterwasserlärm ist Thema etlicher internationaler Abkommen und Entscheidungen, die von den Vertragsstaaten z.B. im Rahmen der Bonner Konvention (CMS) oder der Biodiversitätskonvention (CBD) angenommen wurden. Auch die EU verlangt Schutzmassnahmen für geschützte Arten, u.a. gegen akustische Störung, indem Unterwasserlärm in der Meeresrahmenrichtlinie (MSFD) als einer der elf Deskriptoren zur Bewertung des Umweltstatus anerkannt wurde.

Verteidigungsministerien verweisen in der Regel schnell auf Artikel 2.2 der MSFD, wonach „diese Richtlinie nicht für Tätigkeiten gilt, die allein der Verteidigung oder der nationalen Sicherheit dienen“, obwohl es in demselben Artikel auch heisst: „Die Mitgliedstaaten sind jedoch bestrebt sicherzustellen, dass diese Tätigkeiten so durchgeführt werden, dass sie – soweit angemessen und machbar – mit den Zielen dieser Richtlinie vereinbar sind.“

Vermutlich gibt es nicht wenige Experten und Militärs, denen die Meerstiere nicht egal sind und die Wege zum Schutz der Umwelt suchen, aber wie gross ist ihr Spielraum und werden wir jemals von ihren Bemühungen erfahren?

Das Land mit der grössten und stärksten Streitmacht der Welt – die USA – musste sich erst kürzlich der Zivilgesellschaft beugen. Im Jahr 2016 führte der Natural Resources Defence Council (NRDC), zusammen mit anderen NGOs, zum dritten Mal eine erfolgreiche Klage gegen das Versagen der Regierung, Meerestiere angemessen gegen den Einsatz von aktivem Tieffrequenzsonar (LFA) durch die Navy zu schützen. Frühere Gerichtsverfahren (2002 und 2007) endeten mit Vergleichen zwischen den Klägern und der Navy, wonach das System in einem deutlich kleineren Teil der Weltmeere weiterhin verwendet werden darf, unter der Massgabe, dass künftige Bewilligungen ausreichende Schutzmassnahmen enthalten müssen. Die Regierung hat dieser Vorgabe nicht entsprochen.

2016 gab dann der Ninth Circuit Court dem NRDC und den anderen Klägern Recht. In seinem Urteil entschied der dreiköpfige Richtersenat, dass die zuständige Regierungsbehörde gesetzwidrig die von den eigenen Wissenschaftlern vorgeschlagenen Schutzmassnahmen ignoriert hatte. Das führte zu einem „systematisch zu geringen Schutz von Meeressäugetieren“ gegen die Gefahren durch das Sonarsystem „im grössten Teil der Weltmeere“. Das Urteil besagte unter anderem auch, dass der Schutz des Lebensraumes der Meeressäuger vor dem Navy-Sonar nach dem Gesetz von „überragender Bedeutung“ ist.

Vor dieser Entscheidung hatte bereits im September 2015 das US-Bundesgericht die aktiven Sonarsysteme der Navy „in den Regionen um Südkalifornien und Hawaii in bestimmten Phasen des Jahres, wenn die Meeressäugerpopulationen am empfindlichsten sind“, zum Schweigen gebracht.[1] Der Vergleich legte ausserdem fest, dass wichtige Lebensräume von Walen, Delphinen, Robben und Seelöwen sowohl für Mittelfrequenzsonar als auch für Übungen mit explosiven Stoffen tabu sind.[2] Dementsprechend „zielt der Vergleich darauf ab, bei der Ausrichtung und zeitlichen Festlegung der Navy-Aktivitäten auf die Gebiete Rücksicht zu nehmen, die von essentieller Bedeutung für Meeressäuger sind, darunter Fortpflanzungs- und Nahrungsgebiete, Wanderkorridore, sowie Gebiete, in denen sich kleine ortstreue Populationen konzentrieren“.[3] Konkret darf die Navy kein aktives Mittelfrequenzsonar zu Übungszwecken um Santa Catalina Island und San Nicolas Island einsetzen – zwei Lebensräume, die als essentiell für den Fortbestand der Schnabelwale gelten.

Diese Fälle sind Beispiele dafür, dass Umwelt- und Artenschutzvorschriften tatsächlich militärische Aktivitäten beschränken können. Warum also unterziehen sich die Seestreitkräfte in europäischen Gewässern nicht ebensolcher Transparenz?

Es geht nicht „nur“ um Wale

In den vergangenen Jahrzehnten wurde immer deutlicher, dass der Unterwasserlärm viele Tierarten betrifft, darunter Fische, Krustentiere, Kopffüsser, Robben, Seekühe, Schildkröten, Eisbären, Seeotter, Wale und Delphine.

Im Jahr 2017 gab OceanCare eine Auswertung der wissenschaftlichen Literatur über die potentiellen Auswirkungen von Lärm speziell auf Fische und Wirbellose in Auftrag. Dieser Review wertete 114 Studien über verschiedene Lärmquellen aus, 104 davon aus expertenbegutachteten Journalen, in denen die Auswirkungen von Unterwasserlärm auf 61 Fischarten und 26 Arten von Wirbellosen untersucht worden waren. Die Erkenntnisse sind alarmierend und beschreiben Auswirkungen wie Körpermissbildungen, Tod, innere Verletzungen, Verlust der Orientierung, temporärer und dauerhafter Gehörverlust, Schwächung des Immunsystems, Verringerung der Fortpflanzungsrate, Verhaltensänderungen und sogar Schäden am Erbgut.

Der Bericht schlussfolgert, dass durch Nichteinbeziehung von Lärm in die Meerespolitik die Erreichung der UNO-Nachhaltigkeitsziele unterminiert und die Ernährungssicherheit von Küstengemeinden gefährdet würde.

Ein Weg in die Zukunft für das Leben im Mittelmeer

Bei der sechsten Vertragsstaatenkonferenz des Abkommens zum Schutz der Wale im Mittelmeer und im Schwarzen Meer (ACCOBAMS) im Herbst 2016 in Monaco berichtete ein Delegierter dem Plenum von seinen eigenen Erfahrungen auf einem Forschungsschiff. Als die Wissenschaftler Hydrophone einsetzten, um Geräusche von Wildtieren, insbesondere Meeressäugern, aufzunehmen, hörten sie eine Menge. Allerdings waren es nicht schöne Walgesänge, Krabben, die mit ihren Scheren klappern, oder der Wind, der über die Meeresoberfläche streicht. Stattdessen hörten sie eine Kakophonie an Unterwasser-Kriegsgetöse von Schiffen im östlichen Mittelmeer.

Angesichts der klaren Zusammenhänge nahmen die Staaten eine Resolution über Unterwasserlärm an und riefen darin zu einem Workshop auf, zu dem „die NATO und die nationalen Seestreitkräfte eingeladen werden, um ihnen darzulegen, auf welche Weise das Wissenschaftliche Komitee von ACCOBAMS dabei beraten und unterstützen kann, bei künftigen Manövern die negativen Auswirkungen auf Wale und Delphine zu verringern“. Dieser Workshop sollte zu einem konstruktiven Dialog mit einer gemeinsamen Zielsetzung führen.

Diesem regionalen Beschluss folgte im Jahr 2017 ein viel umfassenderer internationaler Beschluss im Rahmen der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS). Die CMS-Resolution 12.14 bekräftigt die CMS Family Guidelines on Environmental Impact Assessment for Marine Noise-generating Activities. Diese Guidelines bieten umfassende und konsistente Richtlinien für die Beurteilung lärmerzeugender Aktivitäten, mit spezifischen Hinweisen für verschiedene Aktivitäten, darunter aktive militärische Sonarsysteme. Der Ball liegt nun wieder bei den Regierungen, aber werden sie auch handeln?

Schädigung der Meeresumwelt durch militärische Lärmverschmutzung minimieren

Es ist von zentraler Bedeutung, dass auch Marinemanöver ordentlichen Prüfungen unterzogen werden und ein angemessenes Mass an Transparenz zeigen. Es gibt bessere Beispiele als die übliche Politik der Intransparenz und den Ausschluss der Öffentlichkeit, wenn Marinemanöver der öffentlichen Kommentierung unterzogen oder Schutzmassnahmen umgesetzt werden.

Die Richtlinien, die im Rahmen der Bonner Konvention entwickelt und von mehr als 120 Staaten angenommen wurden, zeigen, wie angemessene Umweltverträglichkeitsprüfungen durchgeführt werden sollten, und stellen den Regierungen dafür die Werkzeuge zur Verfügung. Sie gelten genauso für Lärm durch militärische Aktivitäten, und ihre Umsetzung sollte weltweit vorangetrieben werden.

Ausserdem braucht es Schonzeiten und Gebiete, in denen intensive Lärmaktivitäten vollständig untersagt sind. Dieser Ansatz muss unter Einbindung wissenschaftlicher Expertengremien verfolgt werden, die das Wissen über die Verbreitung und das Auftreten von Arten bereitstellen.

Dies braucht enge Zusammenarbeit zwischen den Vertretern nationaler Seestreitkräfte, Wissenschaftlern und Naturschützern. Ein regionaler Ausgangspunkt für eine solche Zusammenarbeit könnte ein Workshop sein, wie er selbst von den Anrainerstaaten des Mittelmeers und des Schwarzen Meers vorgeschlagen wurde. Die Staaten haben es somit erneut selbst in der Hand initiativ zu werden. Nur ein Datum für einen solchen Workshop fehlt noch.

Nicolas Entrup, Konsulent für OceanCare und NRDC
Geoff Prideaux und Margi Prideaux, WildMigration

[1] NRDC Press Release “Please Silence Your Sonar”, 2015b.

[2] NRDC Press Release “Navy Agrees to Limit Underwater Assaults on Whales and Dolphins”, 2015.

[3] Ibid. 2015a.

 

Hintergrundinformation: Aktiver Tief-, Mittel- und Hochfrequenzsonar

Aktiver Sonar wird in verschiedener Form für unterschiedliche Zwecke eingesetzt – vom Tieffrequenzsonar, mit dem Tiefe und Entfernung eines Objekt ermittelt werden, bis zum Hochfrequenzsonar, mit dem Karten des Meeresbodens erstellt werden.

Eine einfache Daumenregel lautet, je tiefer die Frequenz, desto grösser die Reichweite, aber desto geringer die Information im zurückgeworfenen Signal. Je höher die Frequenz, desto geringer die Reichweite, aber desto mehr Information steckt im reflektierten Signal.

Aktiver Tieffrequenzsonar (LFA) erzeugt sehr laute Pulse mit grosser Wellenlänge, mit denen U-Boote über grosse Distanzen aufgespürt werden können. Jeder Puls kann dutzende Sekunden oder sogar Minuten dauern. Im reflektierten Signal steckt nur wenig Information – Entfernung, Tiefe und Geschwindigkeit eines Zieles (U-Bootes).

Aktiver Mittelfrequenzsonar (MFA) erzeugt sehr laute Pulse zwischen 1000 und 5000 Hz mit einer Pulsdauer von ca. 18 Sekunden. Damit werden U-Boote in einer Distanz von weniger als 10 km entdeckt. Das Signal, das zurückkommt, enthält mehr Informationen als bei LFA.

Aktiver Hochfrequenzsonar (HFA) erzeugt sehr laute Pulse von etwa 12.000 Hz in tiefem Wasser und zwischen 400.000 und 700.000 Hz in flachem Wasser. HFA wird eingesetzt, um sehr detaillierte Bilder des Meeresbodens zu erzeugen.