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Wädenswil, 19. September 2021: OceanCare, die Stadt Wädenswil, der Underwater Explorers Clubs, die Surfrider Foundation, love-sup.ch, Indiana Paddle & Surf, die Kibag Werft und rund 130 freiwillige Helferinnen und Helfer haben am 18. September in Wädenswil nach Abfall getaucht, gesammelt und aus Ritzen und Büschen geklaubt – an Land und im Wasser. Die Organisatoren setzten damit ein Zeichen gegen Littering. Littering Objekt Nummer 1 ist auch hier der Zigarettenstummel. Für die Seegemeinde schlechte Nachrichten.

Am diesjährigen World Cleanup Day in Wädenswil über 130 Helferinnen und Helfer, darunter auch viele Familien mit Kindern, überall dort Abfall gesammelt, wo die städtischen Reinigungsmaschinen nicht hinkommen oder sich bereits wieder neuer Müll gesammelt hat. Die Stimmung war bei schönstem Hebstwetter heiter und ausgelassen. Dazu beigetragen hat auch die kulinarische Unterstützung durch das Hotel Engel und die Wädi-Brauhuus AG: Für alle Helferinnen und Helfer gab es Getränke, Sandwich und sogar ein speziell für den Anlass gebrautes «Cleanup-Bier».

Auch die Hauptpartnerin des Events, die Stadt Wädenswil, freute sich über den grossen Einsatz. Nach Grussworten von OceanCare Gründerin Sigrid Lüber und Stadtpräsident Philipp Kutter, wies Stadtrat Jonas Erni auf den Zusammenhang zwischen Littering von Abfall und Mikroplastik hin: «PET-Flaschen und Plastikverpackungen zersetzen sich erst nach rund 400 Jahren. Gelangen sie in die Umwelt, kontaminieren die schadstoffreichen Teilchen unsere Böden und Gewässer langfristig. Will man dies verhindern, müssen wir auch die Abfallmenge reduzieren,» betont Stadtrat und Umweltingenieur Erni.

Die Aufräumaktion, im Wasser und in verschiedenen Stadtgebieten, dauerte von 9 bis 16 Uhr. Die spektakulärsten Funde: 12 Fahrräder, ein Einkaufswagen, grosse Eisenteile wie Balkongeländer, Fischernetze, grosse Mengen Plastikverpackungen, Plastiksäcken, Dosen, Glasflaschen, und vieles mehr. «Auffällig waren die unzähligen Einwegplastikverpackungen für Snacks und Fastfood von Marken aus aller Welt», sagt Fabienne McLellan, Leiterin des Plastikprogramms bei OceanCare. «Grosse Sorgen bereiten uns aber auch die 20’400 Zigarettenstummel, die wir mühselig zusammengeklaubt haben – nicht nur an Land, auch im Wasser. Wenn man bedenkt, dass ein Stummel genügt, um 1000 Liter Wasser zu verunreinigen, ist das für eine Seegemeinde mehr als bedenklich», so McLellan.

«Littering kostet die Stadt Wädenswil jährlich CHF 350’000 Franken. Den wahren Preis bezahlen aber Natur und Bevölkerung», sagt Jonas Erni. «Das müsste nicht sein, wenn jeder Eigenverantwortung übernehmen würde.», appeliert er an den gesunden Menschenverstand. OceanCare arbeitet mit seinen Partnern darauf hin, dass solche Aufräumaktionen in der Zukunft nicht mehr nötig sind. Hier, was wir alle heute schon tun können, damit wir dieses Ziel erreichen: www.oceancare.org/icare

World Cleanup Day
Was 2008 mit einer Einzelaktion in Estland begann, hat sich zu einer weltweiten Bewegung entwickelt. Am 18. September 2021 fanden in 180 Ländern Aufräumaktionen statt.

Abfall und Plastikverbrauch in der Schweiz
(Quellen: BAFU 2017/2020, Swiss Litter Report 2018, Zürcher Abfallverwertung 2018, Stadt Wädenswil)

·        Kosten für Littering Stadt Wädenswil (pro Jahr: CHF 350’000

·        Kosten für Littering Schweiz (pro Jahr): CHF 200 Mio

·        Abfallmenge (Siedlungsabfälle) in der Schweiz (pro Jahr): 6 Mio. Tonnen

·        Abfallmenge in der Schweiz (pro Person/Jahr): 703 kg

·        Plastikverbrauch in der Schweiz (pro Jahr); 1 Mio. Tonnen

·        Plastikverbrauch in der Schweiz (pro Person/Jahr): 125 kg

·        Plastikverbrauch im Kanton Zürich (pro Jahr): 190’121 Tonnen

·        Plastikmüll an Schweizer Ufern (pro Jahr): 120-150 Tonnen


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