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Grauhai

Die 17. Vertragsstaatenkonferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) findet von 24. September bis 5. Oktober in Johannesburg, Südafrika, statt. OceanCare gibt für die anstehenden Entscheidungen zahlreiche Empfehlungen ab.

CITES ist ein Übereinkommen zur Regulierung des internationalen Handels mit Wildtieren und Wildpflanzen mit dem Ziel, das Überleben der Arten zu sichern. Jährlich werden im internationalen Handel mit hunderten Millionen Wildtieren und Wildpflanzen – lebend oder zu Produkten wie Nahrungsmittel, Medikamente, Accessoires oder Souvenirs verarbeitet – Milliardenbeträge umgesetzt.

Weil Tier- und Pflanzenarten bereits durch den Schwund von Lebensräumen enorm unter Druck sind, bedeutet diese zusätzliche Ausbeutung eine Gefahr, die ganze Arten stark beeinträchtigen oder an den Rand des Aussterbens bringen kann.

Im Rahmen des Species Survival Network engagiert sich OceanCare seit 1997 an den CITES-Vertragsstaatenkonferenzen für Beschränkungen und Verbote im Handel mit der Meeresfauna generell und Walen, Delphinen, Seekühen, Robben, Haien und Eisbären im Speziellen.

Bei der bevorstehenden Konferenz unterstützt OceanCare eine Resolution, deren Ziel es ist, die gegen das Übereinkommen gerichtete Korruption zu verbieten, zu verhindern und zu bekämpfen. Ausserdem unterstützt OceanCare den Antrag, die Berichterstattungspflichten der Regierungen zu erweitern.

OceanCare fordert die CITES-Vertragsstaaten auf, eine genaue und transparente Untersuchung zu verlangen, ob und welcher Nutzen für den Artenschutz von der Trophäenjagd ausgeht und inwiefern die lokale Bevölkerung davon profitiert Bis dahin sollen keine Empfehlungen vorangetrieben werden, die der Trophäenjagd zuschreiben, einen Beitrag zum Artenschutz zu leisten.

In Bezug auf den Regelungsbereich von CITES fordern wir eine Erweiterung, um die Problematik von „aquatic bushmeat“ abzudecken. Dabei geht es um den illegalen Fang von Meerestieren zur Nahrungsbeschaffung. Wir rufen die CITES-Parteien, darunter insbesondere die Europäische Union, dazu auf, die destruktiven industriellen Fischereimethoden zu thematisieren, die vor Westafrika die Fischerei vernichten und die lokale Bevölkerung dazu treibt, für ihren Proteinbedarf illegal Jagd auf Meerestiere zu machen.

Ausserdem fordert OceanCare stärkere Handelsbeschränkungen für Fuchshaie (Alopias spp.), Seidenhai (Carcharhinus falciformis), Teufelsrochen (Mobula spp.), Perlboote (Nautilidae spp.), Nilkrokodil (Crocodylus niloticus), Banggai-Kardinalbarsch (Pterapogon kauderni) und Orangen-Engelfisch (Holacanthus clarionensis). Und wir fordern die CITES-Vertragsstaaten auf, die Handelsbeschränkungen für Spitzkrokodil (Crocodylus acutus), Beulenkrokodil (Crocodylus moreletii) und Leistenkrokodil (Crocodylus porosus) aufrechtzuerhalten.

OceanCare hat ein Briefing für die CITES-Vertragsstaaten erarbeitet, in dem unsere Positionen und Empfehlungen im Detail dargelegt werden. Das SSN-Briefing ist ebenfalls eine wichtige Grundlage für die anstehenden Entscheidungen.