Mehr als 9 Millionen Tonnen Plastik landen jährlich im Meer. Die meisten Plastik-Arten sind biologisch nicht abbaubar und verbleiben so über Jahre bis Jahrzehnte im Meer. Es wird geschätzt, dass sich nur 1% des Plastiks an der Oberfläche sammelt. Der grosse Rest schwimmt in der Wassersäule oder liegt auf dem Meeresgrund.

Da die Meere bereits voll mit Plastik sind, kommen die Tiere auf unterschiedliche Weise damit in Kontakt. Meeresschildkröten, Seevögel und Delphine verheddern sich zum Beispiel in grossen Plastikteilen (Makroplastik, >0.5cm), verschlucken sie und verenden dann qualvoll – mit vollem Magen, da sich Plastik nicht verdauen lässt. Auch das kleine Plastik, sogenanntes Mikroplastik (<0.5cm) kann für die Tiere lebensbedrohlich sein. Entzündungen, hormonelle Änderungen, aufgrund der Zusatzstoffe im Plastik und Vergiftung sind nur einige Probleme, mit welchen die Tiere zu kämpfen haben.

2018 führte OceanCare an der Küste Italiens (Ligurisches Meer) eine Marktstudie durch. 29 Meerestierproben von sechs unterschiedlichen Arten wurden in ein Labor geschickt und auf Mikroplastikpartikel untersucht. Von den eingesandten 29 Proben der Verdauungstrakte konnten 28 analysiert werden. Mit einem erschreckenden Ergebnis: 57% der analysierten Proben enthielten Mikroplastik. Gesamthaft wurde in allen sechs Tierarten Mikroplastikpartikel gefunden, meistens waren es Fragmente von Makroplastik.

Diese Ergebnisse sind beunruhigend. Die (Mikro-)Plastikverschmutzung scheint in diesem Studiengebiet sehr hoch zu sein. Und nach neusten Berechnungen wird die Verschmutzung weiter ansteigen, mit noch ungewissen Konsequenzen für die Meerestiere und am Ende auch für uns Menschen.​

Kurzbericht zur Mikroplastik-Studie (PDF)