Würden die Schweizerinnen und Schweizer heute entscheiden können, gäbe es in der Schweiz ein klares Importverbot von Robbenprodukten.

Eine vom Institut gfs-zürich im Februar 2011 im Auftrag der Fondation Franz Weber durchgeführte Umfrage hat ergeben, dass 89 Prozent der Befragten dem Verkauf oder dem Handel von Robbenprodukten kritisch bis ablehnend gegenüberstehen – und dies ohne Erwähnung der aktuellen Jagdmethoden!

Die EU hat am 20. August 2010 ein Importverbot von Robbenprodukten in Kraft gesetzt (unter anderem dank der Arbeit der Fondation Franz Weber in Kanada und im EU-Parlament). Auf die Frage, ob die Schweiz diesem Beispiel folgen soll, antworten 89 Prozent mit Ja oder eher Ja.

Konfrontiert mit der Praxis der heutigen industriellen Robbenjagd – die Robben werden zum Beispiel teils bei lebendigem Leib gehäutet oder lebend an einem Haken zu den Fangschiffen geschleppt – verstärkt sich die Ablehnung. Insgesamt 97 Prozent der Befragten lehnen den Verkauf und Handel von Robbenprodukten in der Schweiz unter diesen Umständen eher bis klar ab.

Diese Umfrage zeigt, dass der Entscheid des Ständerats gegen ein Importverbot von der Bevölkerung abgelehnt wird. Am 29. September 2010 verwarf der Ständerat mit knapper Mehrheit eine vom Nationalrat deutlich unterstützte Motion, die ein Importverbot analog zu demjenigen der EU forderte.

Die Fondation Franz Weber und OceanCare lancierten hierauf eine Petition mit der erneuten Aufforderung an das Schweizer Parlament, jegliche Einfuhr und Durchfuhr von Robbenprodukten aus der kommerziellen Robbenjagd zu verbieten. Die Petition, die von Tierschutzorganisationen breit unterstützt wird, verbucht schon heute über 70’000 handschriftliche Unterschriften. Sie wird im Juni 2011 eingereicht werden.

Das klare Resultat der Umfrage und die erfolgreiche Petition zeigen überdeutlich auf, dass die Schweizer Bevölkerung moralisch besorgt ist, dass Produkte von qualvoll getöteten Robben auf den Schweizer Markt und über die Schweiz in den internationalen Handel gelangen können.

” Die Forderung der Schweizer Bevölkerung ist klar, sie will ein Importverbot von Robbenprodukten”, erklärt Vera Weber, Kampagnenleiterin der Fondation Franz Weber und Augenzeugin der kanadischen Robbenjagd, “heute mehr denn je angesichts der Klimaerwärmung und der schwindenden Biodiversität muss dieser Massenschlächterei von hundertausenden Jungrobben ein Ende gesetzt werden. Die Schweiz kann dazu beitragen, wenn sie ihre Märkte gleich der EU schliesst.”

P.S.

Das kanadische Departement für Fischerei und Ozeane (DFO) hat am Freitag (25.März) die Jagdquote der diesjährigen Robbenjagd angegeben: es dürfen dieses Jahr 468,200 Sattel-, graue, und Klappmützen-Robben getötet werden, also 80’000 mehr als im 2010. Das DFO hat angekündigt, dass die Jagd am Sonntag, 27. März um 06.00 beginnen würde.