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Liebe KollegInnen bei und UnterstützerInnen von OceanCare,

im Namen der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS möchte ich eine kurze Nachricht an Sie von der 9. Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention (CMS) richten, die zwischen 1. und 5. Dezember 2008 in Rom stattfindet. Am Ende des E-Mails habe ich die wesentlichen Punkte gelistet, die aus unserer Sicht während der Konferenz in Rom behandelt werden und den Schutz von Walen und Delfinen betreffen.

War es Sigrid Lüber aus Zeitgründen und Schwerpunktsetzung nicht möglich an der für die Erhaltung wandernder mariner Arten wichtigen Konferenz teilzunehmen, so ist es mir wichtig anzumerken, dass durch die langjährige, erfolgreiche und partnerschaftliche Kooperation zwischen den beiden Organisationen – Ocean Care und WDCS – ich es ohnehin als eine Selbstverständlichkeit erachte, dass wir in unserer Zielsetzung und Arbeit vor Ort gleichzeitig auch die Ziele von Ocean Care verfolgen und vertreten. In anderen Fällen war und ist dies umgekehrt der Fall und so ist dies ein Vorzeigebeispiel für effiziente Kooperation zwischen eigenständigen gemeinnützigen Organisationen, die sich gegenseitig ergänzen und an einem Strang ziehen.

Gemeinsam an einem Strang heißt, nicht nur eine gemeinsame Vision zu teilen, sondern durch den transparenten Umgang mit Informationen sich gegenseitig zu unterstützen. Arbeite ich gerade vor Ort in Rom, so bereitet Sigrid Lüber gerade unseren gemeinsamen Beitrag für einen Workshop vor, der zwischen 9. und 11.12 in Kreta, Griechenland, stattfindet, um Wege im Dialog mit der griechischen Regierung zu finden, dem stark vom Aussterben bedrohten Gemeinen Delfin im östlichen Ionischen Meer vielleicht doch noch eine Zukunft zu sichern.

Mittel gemeinnütziger Organisationen sind gerade in Zeiten einer weltweiten Wirtschaftskrise beschränkt. Zusammenarbeit ist wichtiger denn je zuvor und eine Selbstverständlichkeit für OC und WDCS, um mit geringen Mitteln Walen und Delfinen eine Stimme geben zu können und gleichzeitig unabhängig zu bleiben. Und Unabhängigkeit ist die einzige Konstante, um die Vision – Ozeane und Flusssysteme zu einem sicheren Zuhause für Wale und Delfine zu machen – konsequent zu verfolgen.

Und Unabhängigkeit kann nur durch die unermüdliche Unterstützung vieler engagierter Menschen und Spender erfolgen, die gemeinsam diese Vision verwirklichen wollen.

In diesem, und ich weiß Sigi teilt diese Ansicht mit mir, sind gerade solche partnerschaftlichen Kooperationen zwischen Organisation Motivation für jene, die vor Ort Walen und Delfinen eine Stimme geben.

Danke liebes Ocean Care für die jahrelange erfolgreiche Zusammenarbeit

Liebe Grüße aus Rom

Nicolas Entrup
Geschäftsführer
WDCS Deutschland/Österreich


Schwerpunkte der 9. Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention

  1. Entwicklung eines Schutzabkommens für Cetacea im Indischen Ozean und Südostasien
  2. Verstärkter Schutz von Arten, für deren Verbreitungsgebiet es noch keine konkreten regionalen Schutzmaßnahmen gibt.
  3. Intensivierung der Rolle der CMS bei der Einrichtung von Schutzgebieten, insbesondere auch in internationalen Gewässern und der Hochsee
  4. Intensivierung der Rolle der CMS zu Fragen des Klimaschutzes
  5. Intensivierung der Arbeit der CMS zur Reduktion des Beifangs durch Annahme der Resolution 9.18 zu der Problematik
  6. Intensivierung der Arbeit der CMS zur Reduktion der Lärmbelastung Unterwasser (Res. 9.19)

ACHTUNG: der vorliegende Text der Lärmresolution wurde in den vergangenen Wochen auf Grund der Intervention zahlreicher Verteidigungsministerien Europas stark verwässert und ist bedenklich.

Annahme der 6 Listungsanträge folgender Cetacea Arten und Populationen:

  • Schwarzmeertümmler, Tursiops truncatus ponticus (Appendix I;
  • Irawaddy Delfin, Orcaella brevirostris (Appendix I);
  • Kamerunflussdelfin, Sousa teuszii (Appendix I);
  • Schweinswal, Phocoenaphocoena (Nordwestafrikanische Population) (Appendix II);
  • Rissos Delfin, Gramus griseus (Mittelmeerpopulation) (Appendix II);
  • Clymene-Delfin, Stenella clymene (Westafrikanische (ostatlantische) Population) (Appendix II); und
    Änderung der Listung des Großen Tümmlers, tursiops truncatus von “westliche Mittelmeerpopulation” auf “Mittelmeerpopulation” (Appendix II)
  • Sicherstellung eines Budgets, das die effiziente Umsetzung des Arbeitsprogramms und der Konventionsziele erlaubt.