Im Laufe der nächsten zwei Wochen steht in New York, in Wädenswil und auf den Weltmeeren die tödliche Plastikflut im Fokus. Die Vereinten Nationen rufen den 8. Juni als „World Oceans Day“ aus. In der Folgewoche, vom 13. bis 17. Juni, drehen sich die Verhandlungen im UNO-Gebäude um das Thema Meeresverschmutzung durch Makro- und Mikroplastik.

Und die Meeresschutzorganisation OceanCare in Wädenswil, seit 2011 als Sonderberaterin in Sachen Meeresschutz an der UNO vertreten, nimmt den Welttag der Meere und den Schwerpunkt „Gesunde Meere, gesunder Planet“ zum Anlass, einmal mehr auf eine Gefahr hinzuweisen, die wir Menschen verursacht haben und die wir nur gemeinsam in den Griff bekommen können. Wir müssen auf allen Ebenen – vom einzelnen Haushalt bis hin zum UNO-Gremium – Verantwortung wahrnehmen, die nötigen Beschlüsse fassen und entsprechend handeln.

Angesichts der gigantischen Vermüllung der Weltmeere ist der Kampf gegen die Verseuchung der Ozeane durch Makro- und Mikroplastik das Gebot der letzten Minute. Deshalb benennt OceanCare die Fakten und fordert Massnahmen.

Die wichtigsten Fakten:

  • Jährlich gelangen durchschnittlich neun Millionen Tonnen Plastikabfälle in die Weltmeere.
  • Die Zahl der Delphine und Wale, der Robben und Schildkröten und sogar Eisbären, die dem Müll-Skandal zum Opfer fallen, geht in die Hunderttausende; jene der verendeten Seevögel in die Millionen.
  • Wenn der Trend ungebremst anhält, wird bis zum Jahr 2050 das Gewicht des Plastikmülls, der im Meer treibt, jenes der Fische übersteigen, die darin leben.

Die wichtigsten Massnahmen:

  • Die einzelnen Staaten müssen konkrete Beschlüsse fassen, um die Plastikmüll-Entsorgung zu regulieren.
  • Mikro- und Nanoplastikpartikel in Kosmetikprodukten müssen umgehend verboten werden.
  • Plastikmaterialien sollen nach ihrer Gefährlichkeit klassifiziert werden. Die Produktion besonders giftiger Materialien muss verboten, der Handel damit eingestellt werden.
  • Die Abschöpfung treibender Plastikabfälle im Meer darf Kleinstorganismen als Basis der marinen Nahrungskette nicht gefährden.

Es braucht mehr als gut gemeinte Worte, die mahnen und fordern. Es muss gehandelt werden. Jetzt. Und damit stehen wir alle in der Pflicht. Das ist ganz einfach. Man kann zum Beispiel:

  • Bei jedem Einkauf wiederverwendbare Taschen mitnehmen und auf Plastiksäckli verzichten.
  • Möglichst wenig in Plastik verpackte Lebensmittel kaufen und Einweggeschirr meiden.
  • Plastik getrennt entsorgen und der Wiederverwertung zuführen.
  • Plastikabfälle einsammeln und sachgerecht entsorgen.

Um deutlich zu machen, wie wichtig uns das Problem Plastikmüll ist, werden diesmal zwei OceanCare-Vertreterinnen an der UNO-Konferenz vom 13. bis 17. Juni teilnehmen: Präsidentin Sigrid Lüber wird von Fabienne McLellan, Leiterin Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit, nach New York begleitet – und beide werden fünf Tage lang in einem täglichen Online-Blog über ihre Erfahrungen und – hoffentlich! – Erfolge berichten: blog.oceancare.org.