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Schon ist das Abenteuer vorbei. Die 60. Internationale Walfang- konferenz in Santiago de Chile ist abgeschlossen. Für mich geht damit eine unwahrscheinlich intensive, spannende und schöne, aber auch anstrengende Zeit zu Ende. Nachdem die Sitzung des letzten Tages bereits am Mittag fertig war, habe ich noch am selben Tag voller Vorfreude, aber auch mit Wehmut, meine Heimreise in Angriff genommen. Mein Koffer ist prall gefüllt mit neuen Erfahrungen und Bekanntschaften mit bemerkenswerten Personen. Einen zusammen- fassenden Bericht der diesjährigen Konferenz ist in Kürze auf der Homepage von OceanCare zu finden.

Die Vorkommnisse des letzten Tages der Plenar-Sitzung sind rasch erzählt. Auf der Agenda standen nur noch administrative Punkte. Das provisorische Programm der nächstjährigen Konferenz in Madiera/Portugal wurde besprochen und das Gastgeberland hat sich in einem kurzen Video vorgestellt. Äusserst bemerkenswert war allerdings noch ein Statement des Comissioners von Gross- britannien. Er hat den Transport von Walfleisch aus Island und Norwegen nach Japan angesprochen. Eine Problematik die zwar eigentlich unter die Zuständigkeit von CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora; auch bekannt als Washingtoner Artenschutzabkommen) fällt. Trotzdem forderte er, was meines Erachtens richtig ist, dass dieses Thema auch an der nächsten Internationalen Walfangkonferenz ausführlich diskutiert wird.

Anschliessend hiess es bereits Abschied nehmen. Die NGO’s trafen sich noch einmal zu einer kurzen Schlussbesprechung und mögliche Verbesserungspunkte für die kommenden Jahre wurden ange- sprochen. Viele dieser Personen sind mir schon in dieser kurzen Zeit so sehr ans Herz gewachsen, dass mir das „Goodbye“ extrem schwer gefallen ist. Speziell, weil ich nicht sicher weiss, ob ich diese jemals wieder sehen werde. Es war schön und tat mir richtig gut, all diese lieben Menschen kennen zu lernen, die sich mit vollem Engagement aufopferungsvoll für eine gute Sache einsetzen.

An dieser Stelle möchte ich mich auch noch für das riesige Vertrauen bedanken, dass mir OceanCare und speziell Sigrid Lüber, entgegengebracht hat. Sie war seit 1992 jedes Jahr an der Konferenz dabei und wird dort von Allen für ihre integre Art geschätzt und für ihre Kompetenz bewundert. Dass sie nun mir als Einsteiger und IWC-Neuling die Chance gegeben hat, all diese wert- vollen Erfahrungen zu sammeln, kann gar nicht ausreichend gewür- digt werden. Besten Dank, liebe Sigrid!

Zur Heimreise gibt es eigentlich nichts Spezielles zu berichten. Die Kommentare wären nochmals dieselben, wie bereits bei meinem ersten Blog zur Anreise. Im Unterschied dazu, konnte ich auf dem Flug von Santiago nach Madrid erstmals in einem Flugzeug so richtig gut schlafen. Beinahe hätte ich gar das Frühstück verpasst. Das hat mir nochmals klar vor Augen geführt, wie streng die letzte Woche mit der ganzen Arbeit und den kurzen Nächten war.

Es ist sehr schön, wieder zu Hause bei den Liebsten zu sein und sich im gewohnten Umfeld von den Anstrengungen und emotionalen Herausforderungen, die einer derart intensive Beschäftigung mit dem Thema Walfang mit sich bringt, zu erholen.

Ich bedanke mich herzlich für Ihr Interesse an meinen Erlebnissen bei der 60. Internationalen Walfangkonferenz. Für allfällige Fragen und zur Bereitstellung von detaillierteren Informationen zu den Themen, die hier nur kurz und im Sinne eines Überblicks vorgestellt wurden, stehe ich natürlich gerne zur Verfügung.

Ihr Andreas Welti