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Von 22. bis 25 November 2016 nimmt OceanCare an der ACCOBAMS-Vertragsstaatenkonferenz in Monaco teil. 2016 ist das Abkommen zum Schutz der Wale und Delphine im Mittelmeer, Schwarzen Meer und im angrenzenden Atlantikgebiet (Agreement on the Conservation of Cetaceans in the Black Sea Mediterranean Sea and Contiguous Atlantic Area) genau 20 Jahre in Kraft. OceanCare ist mit drei ExpertInnen vor Ort und wird das Thema Unterwasserläm zur Sprache bringen sowie den Gewöhnlichen Delphinen und anderen Arten eine Stimme geben.

ACCOBAMS trat am 24. November 1996 in Kraft. 23 Anrainerstaaten haben das Abkommen unterzeichnet und sind somit an dessen Zielsetzung gebunden. Für OceanCare, seit 2004 offizielle Partnerorganisation von ACCOBAMS, handelt es sich dabei um das wohl ambitionierteste Artenschutzübereinkommen weltweit. Das Abkommen, das jegliche Form der Bejagung als auch das Stören der Tiere untersagt, wird von einem sehr aktiven Wissenschaftsausschuss beraten und hat in den vergangenen Jahren engagierte und progressive Entscheidungen getroffen. So gelten z.B. die Richtlinien zur Reduktion von Unterwasserlärm in der Region als verhältnismässig strikt.

Das Beispiel der Unterwasserlärm-Richtlinien zeigt exemplarisch aber auch die Grenzen des Abkommens auf. Die Umsetzung der Anwendung dieser Richtlinien ist mangelhaft, was auch für zahlreiche andere Bestimmungen und Entschlüsse gilt. Es hat den Anschein, dass die Umsetzung von Zielen internationaler Abkommen die grösste Herausforderung ist, um tatsächliche positive Veränderungen für die Tiere im Meer herbeizuführen.

Die ACCOBAMS-Vertragsstaatenkonferenz, die vom 22. bis 25. November in Monaco stattfindet und an der OceanCare mit den ExpertInnen Sigrid Lüber, Nicolas Entrup und Lora L. Nordtvedt Reeve vertreten ist, wartet neben dem Thema Unterwasserlärm auch mit zahlreichen anderen Herausforderungen auf. Besonders die Diskussion über wichtige Massnahmen zur Erhaltung stark bedrohter Arten in der Region wie z.B. des Finnwals, Schnabelwals und insbesondere des Gewöhnlichen Delphins steht im Vordergrund. Der Gewöhnliche Delphin, der bereits aus der griechischen Mythologie bekannte Götterbote, ist im zentralen und östlichen Mittelmeer vom Aussterben bedroht. Seit vielen Jahren liegt ein Massnahmenplan auf dem Tisch, der jedoch von den Staaten wenig Beachtung findet. OceanCare wird dem Gewöhnlichen Delphin wie auch den anderen Arten eine Stimme verleihen.

Herausforderung des Abkommens für die Zukunft wird aber auch sein, die Anstrengungen zu vertiefen, zwei grosse Anrainerstaaten zur Unterzeichnung des Abkommens zu überzeugen: die Türkei und Russland. Es sind zwei Staaten, deren Beitritt zu ACCOBAMS für die in ihren Gewässern lebenden Wale und Delphine eine grosse Chance bedeuten würde.

OceanCare Präsidentin Sigrid Lüber und OceanCare Konsulent Nicolas Entrup halten die Entwicklungen an der Tagung sowie persönliche Eindrücke in Blogbeiträgen fest.