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Am 19. Juni machte ich mich auf den Weg, um als Delegierter von OceanCare die Interessen der Wale an der 60. Internationalen Walfangkonferenz in Santiago de Chile zu vertreten. Die Reise mit einer Dauer von ungefähr neunzehn Stunden stellte sich für einen ungeübten Geschäftsreisenden wie mich, als ziemlich anstrengend heraus. Der Empfang in Santiago war dann dafür umso herzlicher und die ersten Eindrücke der Konferenz so spannend, dass ich meine Müdigkeit schnell wieder vergessen hatte. Jetzt, am Abend des 20. Juni, da ich mein Zimmer beziehen, duschen und die technischen Probleme lösen konnte, kann auch für mich die Walfangkonferenz so richtig beginnen und ich freue mich darauf, für den Schutz der Wale eintreten zu können.

Nach einem mehr als zweistündigen Flug von Zürich nach Madrid und etwa gleich langem Aufenthalt im dortigen Flughafen, durfte ich um 23:40 Uhr endlich das Flugzeug nach Santiago de Chile betreten. Der folgende, beinahe vierzehnstündige Flug, hielt für mich die befürchteten Strapazen bereit. Meine Unfähigkeit unter solchen Umständen zu schlafen, Rückenschmerzen und die üblichen Unannehmlichkeiten, die ein derart langer Flug in einem vollen Flugzeug mit sich bringt, liessen mir die Zeit noch länger erscheinen, als sie sowieso schon war.

Doch auch nach der Ankunft in Santiago war noch nicht alles überstanden. Nach der Zollkontrolle wurde ich von Taxifahrern auf der Suche nach Fahrgästen geradezu belagert. Ich musste viele Male „No, Gracias“ sagen, ehe ich dann beinahe einem Herrn in die Arme lief, der ein Schild mit meinem Namen in den Händen hielt. Meine Freude, diesen gefunden zu haben, war entsprechend gross und auch der Transfer zum Hotel wurde dann zu einem äusserst angenehmen Intermezzo. In einem Mix von Spanisch, Englisch und sogar etwas Deutsch wurde ich bereits in einige Geheimnisse der Stadt eingeweiht.

Der Empfang im Hotel war ausgesprochen freundlich, auch wenn mich die ziemlich strengen Eingangskontrollen – ich fühlte mich beinahe wieder wie am Flughafen – etwas verwunderten. Auf das herzliche Willkommen folgte das Warten auf das Hotelzimmer. Da ich bereits vor 8:00 Uhr Ortszeit ankam, war das Zimmer natürlich noch nicht bereit. Also beschloss ich, bereits erste Konferenzluft zu schnuppern und zu versuchen, via Internet mit den Daheim- gebliebenen in Kontakt zu treten, was aber aufgrund der unge- nügenden Internetverbindung misslang. Ersteres jedoch war unglaublich spannend und auch wichtig für mich, da ich als Neuling einmal mit etwas Abstand beobachten konnte, wie das so vor sich geht, wenn während einer Pause die Köpfe zusammengesteckt und wichtige Themen diskutiert werden. Das schönste am heutigen Tag war aber, dass ich bereits erste gute Gespräche mit Gleich- gesinnten führen konnte.

Endlich habe ich es geschafft! Mindestens in meinem Hotelzimmer kann ich eine genügend gute Verbindung mit dem Internet herstellen und somit auch diesen Reisebericht im OceanCare-Blog veröffentlichen. Damit bin ich nun so richtig in Santiago de Chile, an der 60. Internationalen Walfangkonferenz angekommen, kann mich beruhigt von den Strapazen der Reise erholen und auf die kommenden Aufgaben für den Schutz der Wale vorbereiten.

Ich Grüsse Sie alle herzlich!

Ihr Andreas Welti