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Schweizer Walschutzkoalition
Eine Kooperation zwischen OceanCare und Zürcher Tierschutz
Wir Schweizer sind weit vielschichtiger vom Meer abhängig, als es zunächst den Anschein macht. Unser Abwasser gelangt über die Flüsse ins Meer. Wir konsumieren in grossen Mengen Fisch und Rohstoffe aus dem Meer. Sehr viele Güter gelangen übers Meer zu uns. Kein Binnenland hat eine grössere Hochseeflotte als die Schweiz. Und unser Land entscheidet mit über das Ökosystem Meer in internationalen Gremien und Kommissionen. Der IWC trat die Schweiz am 29. Mai 1980 bei. Der Bundesrat hat sich seinerzeit dafür ausgesprochen, dass mit diesem Schritt die Gruppe jener Staaten in der IWC verstärkt werde, die primär die Interessen des Natur- und Umwelt-schutzes und nicht die kommerziellen Interessen der Walfangstaaten (Botschaft 79.049, Seite 631).Das Überleben der Wale ist durch zahlreiche Gefahren mehr in Frage gestellt denn je. Gleichzeitig machen die Walfangländer immer mehr Druck für eine Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs. Die Anzahl Länder, die das Internationale Walfangmoratorium aus dem Jahr 1986 aufheben wollen, wächst stetig, vor allem aufgrund Japan’s an Bedingungen geknüpfte Zuwendungen an Inselstaaten und wirtschaftlich schwächere Länder. Sogar die Schweiz könnte einer begrenzten und auf ein geographisches Gebiet festgelegten Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs zustimmen, wenn das Bestehen der Art nicht gefährdet und die Einhaltung der Quote kontrolliert würde, wie auf der Webseite des Bundesamtes für Veterinärwesen zu lesen ist.
Die Schweizer Walschutzkoalition, an der IWC vertreten durch OceanCare – einzige Schweizer NGO in diesem Forum, wo viele widersprechende Ansichten, ja Weltanschauungen aufeinander prallen, setzt sich sowohl auf der Ebene des Artenschutzes wie des Habitatschutzes für die Giganten der Meere ein. „Die Wale stehen ganz oben auf der Liste der gefährdeten Tierarten, und berechtigterweise kann behauptet werden, dass wenn es uns nicht gelingt diese Tiere zu retten, wir wohl kaum andere, weniger imposante Arten werden schützen können.“ sagt Sigrid Lüber, OceanCare Präsidentin.
Im Rahmen der IWC konnte die Schweizer Walschutzkoalition in den vergangenen Jahren vieles bewirken und zu verschiedenen Resolutionen zum Schutz von Kleinwalen anregen. Sie unterstützte zahlreiche Forschungsprojekte zum Schutz von Kleinwalen, namentlich Vaquita und Belugas, sowie einen Workshop über die Zerstörung des marinen Lebensraums für führende Wissenschaflter aus der ganzen Welt.
Als erste Organisation weltweit zeigte die Schweizer Walschutzkoalition die Probleme des skandalösen Stimmenkaufs Japans auf und lieferte mit Gutachten und Fallstudien zur japanischen Fischereihilfe in der Karibik - die nicht Bereichen zugute kommt, in denen eine Notwendigkeit besteht, sondern vielmehr ein Mittel zur Einflussnahme auf das Abstimmungsverhalten kleiner Inselstaaten in internationalen Foren ist - die Grundlage für eine fundierte Debatte innerhalb von IWC und CITES um dieses Thema. Dies führte zu einer geschichtsträchtigen IWC-Resolution für mehr Transparenz und Souveränität der Vertragsstaaten. Mittlerweile hat das Japanische Aussenministerium auf die Appelle reagiert und Richtlinien ausgearbeitet, die mehr Transparenz garantieren und die derzeit gängige Korruption unterbinden sollen.
1997 zeigte der Bericht zur Umweltverschmutzung in der besonders belasteten Arktis, wo sich die Schadstoffe bedingt durch die Strömungsverhältnisse kaum mehr abbauen können, dass sich die Giftstoffe in Walen und Delphinen anreichern, ihre Fruchtbarkeit und das Immunsystem schwächen, Geschwüre und Hautkrankheiten entstehen lassen und zu sichtbaren Deformationen im Bereich des Rückgrats führen können. Das Gesundheitsamt der Färöer Inseln gab 1998 die Weisung heraus, den Konsum von Grindwalfleisch einzuschränken. Schwangeren Frauen und angehenden Müttern wird davon abgeraten, überhaupt Walfleisch zu essen.
Aufgrund unserer Studien über die Kontaminierung des Walfleisches und von uns angeregten Resolutionen nahm die IWC die Kontamination von Walfleisch und das Gesundheitsrisiko durch dessen Konsum als ständiger Traktandenpunkt in die Agenda auf und kooperiert mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Nachdem die Schweizer Walschutzkoalition von einem renommierten Labor in Tokyo Walfleischprobem vom japanischen Markt auf Schadstoffe hin untersuchen liess, die Resultate veröffentlichte und Know How und Studien der Konsumentenschutzorganisation Safety First als Arbeitsgrundlage für eine landesweite Informationskampagne zur Verfügung stellte, ging in Japan der Konsum von Walfleisch massiv zurück.
Die Zahlreichen Publikationen der Schweizer Walschutzkoalition dienen vielen Ministerien als Referenzdokumente und taten auch sonst ihre Wirkung.
So zum Beispiel die Studie über die drohende Umweltbelastung einer geplanten Salzproduktions-stätte in San Igancio, Baja California, der Kinderstube der Grauwale, aufgrund der sich eine Koalition von 50 Umweltschutzorganisationen bildete und gegen die Salzanlage mobil machte. Mexiko und Mitsubishi liessen das Projekt nach 4 Jahren Ringen fallen.
Oder das Gutachten über Rechte und Pflichten von NGOs in diversen UN-Abkommen mit Empfehlungen für Rahmenbedingungen in Bezug auf IWC und CITES, das gerade rechtzeitig vorlag, um als Grundlage für eine neu gebildete IWC-Arbeitsgruppe zu diesem Thema zu dienen und dem Trend zur Einschränkung der Rechte schutzorientierter NGOs entgegenzuwirken.
Die Schweizer Walschutzkoalition wird sich weiterhin für den maximalen Schutz der Wale einsetzen.
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