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Das UNESCO Welterbe
UNESCO steht für United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization, Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
Entstehung der Idee
Der Begriff des „kulturellen Erbes“ (héritage) geht auf Henri-Baptiste Grégoire, Bischof von Blois, aus dem 18. Jahrhundert zurück und wurde in der Haager Konvention vom 14. Mai 1954 kodifiziert:
Schaden an kulturellem Besitz, zu wem oder wo immer er auch sein möge, heisst Schaden am kulturellen Erbe der ganzen Menschheit, da jede einzelne Person ihren Beitrag an der Weltkultur leistet.
Den Anstoß zur Schaffung einer
UNESCO-Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt gab der Aufruf
der UNESCO vom 8. März 1960, die durch den Bau des Assuan-Staudammes vom Nil bedrohten Denkmale in Nubien für die
Nachwelt zu retten.
Grundlagen
Grundlage ist die 1972 in Stockholm verabschiedete UNESCO-Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt. Sie ist 1975 in Kraft getreten. Um in die Liste aufgenommen zu werden, müssen die schutzwürdigen Objekte einerseits starken kulturellen Einfluss auf eine Region oder Epoche ausüben oder von großem Seltenheitswert oder Alter sein.
Einmal im Jahr, normalerweise Anfang Juli, trifft sich das World Heritage Committee, um über die Aufnahmeanträge der Staaten für neue Denkmäler zu entscheiden. Bei diesen Sitzungen wird auch über den Zustand bereits aufgenommener Denkmäler beraten. Danach wird die aktualisierte Welterbeliste publiziert.
Kriterien für Naturgüter
Das Objekt beinhaltet außergewöhnliche
natürliche Phänomene oder Gebiete von überragenden Schönheit und ästhetischer
Bedeutsamkeit.
Das Objekt ist ein
herausragendes Zeugnis eines wichtigen Entwicklungsabschnitts der Erde,
welches den Nachweis von Leben, bedeutsame und anhaltende Prozesse der
Geologie für die Gestaltung der Erdoberfläche sowie geomorphologische und
physiogeografische Vorgänge beinhaltet.
Das Objekt ist ein herausragendes Beispiel für fortlaufendene biologische und ökologische Prozesse in der Evolution von Ökologiesystemen die sich an Land, in Binnengewässern, an Küsten oder in Meeren befinden oder von Lebensgemeinschaften zwischen Tieren und Pflanzen.
Das Objekt enthält die bedeutendsten und typischsten Lebensräume für die ungestörte Erhaltung der Biologischen Entfaltung auf der Erde, eingeschlossen die Räume, die Lebensformen enthalten die nach gegenwärtiger Wissenschaftlicher Meinung außergewöhnlichen universellen Wert besitzen.
Ziele
Was verbindet die Pyramiden Ägyptens mit dem Grand Canyon des Colorado oder das Grosse Barriereriff mit dem Tadsch Mahal, die Inkastadt Machu Picchu in Peru mit dem Ngorongoro-Krater in Tansania? Es sind Zeugnisse vergangener Kulturen und einzigartige Naturlandschaften, deren Untergang ein unersetzlicher Verlust für die gesamte Menschheit wäre. Sie zu schützen liegt deshalb nicht allein in der Verantwortung eines einzelnen Staates, sondern ist Aufgabe der Völkergemeinschaft.
Mit der Benennung von Kultur- und Naturstätten für die Welterbeliste der UNESCO verpflichten sich die betreffenden Staaten zu fortdauernden Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen. Die anderen Unterzeichnerstaaten verpflichten sich dazu, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zum Schutz dieser Stätten des Menschheitserbes beizutragen. Über die Aufnahme von Stätten in die Liste des Welterbes entscheidet das UNESCO-Welterbekomitee, das prüft, ob die von den Unterzeichnerstaaten vorgeschlagenen Stätten die in der Konvention festgelegten Kriterien erfüllen. Die internationalen Fachverbände für Denkmal- und Naturschutz (ICOMOS und IUCN) beraten das Komitee.
Liste
Die von der UNESCO geführte Liste des Welterbes umfasst derzeit insgesamt 812 Denkmäler in 137 Ländern. Davon sind 628 Kulturdenkmäler und 160 Naturdenkmäler. Weitere 24 Denkmäler gehören sowohl dem Kultur- als auch dem Naturerbe an.
Sie hier alle aufzuzählen würde eine ganze Taucherrevue für sich beanspruchen. Es gibt jedoch eine ganze Reihe solcher Denkmäler, die vor allem für Taucher interessant und dem entsprechend wichtig sind. Nachfolgend einige Beispiele detailliert und weitere Orte, von denen viele von uns wahrscheinlich noch nie gehört haben:
Das Barriere-Riff von Belize
Belize ist das zweitkleinste Land des amerikanischen Kontinents. Der kleine Staat liegt in Mittelamerika und grenzt an das Karibische Meer. Das Beeindruckendste an Belizes Natur sind seine Korallenriffe, die das größte Riffsystem des Atlantischen Ozeans und der gesamten Nordhalbkugel darstellen. Sie erstrecken sich über 260 Kilometer weit von der Halbinsel Yucatán bis zum Golf von Honduras.
Beim Lighthouse-Riff, einem der bekanntesten Spots in Taucherkreisen, findet man das so genannte Blue Hole (Blaue Loch), ein kreisrundes, tiefblaues Gewässer mit einem Durchmesser von fast 300 Metern und einer Tiefe von 122 Metern. Das Blue Hole ist von einem Atoll umgeben und enthält eine Höhle mit den größten, jemals entdeckten unterseeischen Tropfsteinen.
Das grosse Barriere-Riff vor Australien
Das grösste Barriereriff der Erde wird den sieben Weltwundern der Natur zugerechnet. Im Jahre 1981 wurde es von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Es wurde am 11. Juni 1770 durch James Cook entdeckt, welcher auf dem Riff auf Grund lief.
Das Great Barrier Reef befindet sich nordöstlich von Australien an der Ostküste des Bundesstaates Queensland im Südpazifik und erstreckt sich von der Torres Strasse vor Papua-Neuguinea bis zur Lady Elliot Insel. Es ist inzwischen auf eine Länge von gut 2’300 Kilometern angewachsen.
Inselreservat Fernando de Noroñha, Brasilien
Fernando de Noroñha ist eine brasilianische Inselgruppe im Atlantik etwa 350 km östlich des brasilianischen Festlandes.
Sie ist vulkanischen Ursprungs und besteht aus 21 Inseln mit einer Gesamtfläche von 26 km². Ein Teil der Hauptinsel, ungefähr 8 km², wird vom Nationalen Marinepark Fernando de Noroñha eingenommen, der seit 1988 unter Umweltschutz steht.
Die Gewässer um die Insel sind voller Fische, Schwämme, Algen, Weichtiere und Korallenriffe. Bekannt sind die Inseln auch für ihre reichen Bestände an Delphinen und Meeresschildkröten.
Die Kokos-Inseln, Costa Rica
Die Kokos-Inseln sind eine 24km² große unbewohnte Inselgruppe auf dem so genannten Kokosrücken 500 km vor der Pazifikküste von Costa Rica.
Bekannt ist die Insel vor allem für die Schätze, die Piraten dort vergraben haben sollen. Es gab zahlreiche Expeditionen mit dem Versuch, sie zu finden, aber bis heute ist der einzige Schatz der Insel ihre unberührte Natur. Darum ist die Insel heute ein bewachter Nationalpark, der 1997 als Weltnaturerbe anerkannt wurde. Die Tauchgründe der Inseln sind vor allem bekannt durch die riesigen Ansammlungen von Hammerhaien.
Golf von Kalifornien
Der Golf von Kalifornien (auch:Cortes-See) ist ein 160’000 km² großes Nebenmeer des Pazifik zwischen Mexiko und der Halbinsel Niederkalifornien.
Der kleine Meeresteil ist die Heimat eines einzigartigen und reichen Ökosystems. Außer einer großen Vielfalt endemischer Tiere und Pflanzen sind hier viele wandernde Tierarten wie der Buckelwal, der Kalifornische Grauwal, der Mantarochen, der Bogenstirn-Hammerhai und die Lederschildkröte zu finden.
Der Golf ist außerdem der einzige Ort der Erde, an dem die vom Aussterben bedrohten Golftümmler oder Vaquitas noch zu finden sind. Da von dieser Unterart des Schweinswals insgesamt nur noch etwa 500 Tiere existieren, wurde 1993 im Norden ein über 930’000 Hektar großes Schutzgebiet eingerichtet.
Weitere Meeresgebiete, Inseln und Buchten, in teilweise weit abgelegenen Regionen dieses Planeten, die ebenfalls zum UNESCO-Welterbe gehören:
Südseeinsel Henderson Island, Grossbritannien
Lagune von El Vizcaino (Schutzgebiet für Wale), Mexico
Korallenatoll East Rennell, Salomonen
Das Aldabra-Atoll der Seychellen
Penisula Valdes – Argentinien
Äolische Inseln - Italien
Heard & McDonald Islands - Australien
Macquarie Island – Australien
Shark Bay - Australien
Glacier Bay National Park – Yukon/Kanada und Alaska/USA
Galapagos National Park - Ecuador
Natur Reservat Korsika - Frankreich
Sub Antarktische Inseln - New Zealand
Gough Island Wildlife Reserve – Grossbritannien
Tubbataha Reef Marine Park - Phillipinen
Ha Long Bay – Vietnam
Weitere Informationen:
» www.unesco.org
» www.unesco.ch
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