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Robbenjagd in Kanada – Noch kein Ende in Sicht
In den letzten drei Jahren wurde auf dem kanadischen Packeis fast eine Million Robben getötet. 96% dieser Robben waren Jungtiere im Alter von weniger als drei Monaten
Die Zahl der getöteten
Tiere ist aber erheblich höher, denn viele Robben flüchten schwer verletzt ins
Wasser und verenden dort qualvoll. Das beschämende Massaker wird von den
kanadischen Behörden geduldet und von den Steuerzahlern unterstützt, denn jedes
Jahr halten sich Eisbrecher der Küstenwache in den Jagdgebieten auf, ohne die
die Robbenjagd gar nicht stattfinden könnte.
Das kanadische Gesetz schreibt in Kapitel IV, Absatz 28 (2) vor: „Jede Person, die eine Robbe mit einer Keule oder einem Hakapik schlägt, muss die Robbe auf die Stirn schlagen, bis der Schädel zertrümmert ist, und muss den Schädel von Hand untersuchen oder einen Blinzelreflex-Test durchführen, damit der Tod der Robbe feststeht, bevor ein weiteres Tier geschlagen wird.“
Augenzeugen berichten aber, dass Robbenjäger Tiere reihenweise niederschlagen, ohne sich um die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung, ob die Robbe tot ist, zu kümmern. Grund für dieses brutale Vorgehen ist die Quotenregelung. Die Quoten werden nämlich nicht einzelnen Robbenjägern oder Fangschiffen zugesprochen, sondern für die gesamte Jagd der Fangsaison verkündet. Dies hat zur Folge, dass Jäger und Fangschiffe sich ein regelrechtes Rennen liefern, um möglichst viele Robben zu töten, bevor die Gesamtquote erfüllt ist.
Ein anderes Problem ist, dass die kanadische Regierung als einzige Ausbildung einen „Lehrgang“ bei einem aktiven Robbenjäger verlangt. So werden Grausamkeit und schlechte Praxis einfach von Erfahrenen an Unerfahrene weitergegeben.
Deshalb kommt es immer wieder vor, dass Tiere noch bei Bewusstsein aufgeschlitzt werden, oder in ihrem eigenen Blut ersticken. Die Robbenjagd ist unbeschreiblich grausam. Die Tiere erleiden furchtbare Schmerzen und der Todeskampf kann mehr als eine Stunde dauern.
In den letzten Jahren wurden mehr als 660 Beispiele von Grausamkeiten und Verletzungen des kanadischen Tierschutzgesetzes auf Video festgehalten und zusammen mit den Zeugenaussagen dem Departement für Fischerei und Ozeane übergeben. Doch gegen keinen einzigen Tatbestand wurde Anklage erhoben. Da stellt sich schon die Frage, was für eine Art von Regierung das ist, die solche Brutalität zulässt und auch noch fördert.
Ganz anders die Weltöffentlichkeit, die sich seit Jahren entsetzt und zusammen mit OceanCare und anderen Organisationen gegen die grausame Robbenjagd protestiert. Am 6. Dezember 2005 prangerte Brigitte Bardot am Internationalen Gerichtshof für Tierrechte das Verbrechen an den Robben an und klagte gegen den kanadischen Premier Paul Martin, den Fischereiminister Geoff Regan sowie den Umweltminister Stephan Dion, die Hauptverantwortlichen des Massakers. Einvernommen wurden Sachverständige der Veterinärmedizin sowie Augenzeugen aus Grossbritannien, Irland und Belgien, die das Massaker auf dem kanadischen Packeis 2004 und 2005 mit erschütternden Filmaufnahmen dokumentiert haben. Zur Weiterleitung an Kofi Annan, Generalsekretär der UNO, übergab Brigitte Bardot dem Gerichtshof eine Petition gegen die kanadische Robbenjagd, die weltweit von 200'000 Personen unterzeichnet wurde. Präsidiert wurde der Tiergerichtshof von Franz Weber; zwei Richter aus Deutschland und Frankreich unterstützten den Prozess und eine internationale, neunköpfige Jury fällte das Urteil. Die kanadischen Behörden wurden - gestützt auf die Anhörungen und die Beweisaufnahme - in allen ihr vorgeworfenen Tatbeständen für schuldig befunden. Gefordert wurde unter anderem das umgehende Einstellen des Massakers an den Robben.
Die Verhandlung am internationalen Gerichtshof für Tierrechte war Startschuss für eine neue Runde in der weltweiten Kampagne gegen die Robbenjagd. OceanCare gehört zu den Organisationen, die sich seit Jahren im Kampf gegen die kanadische Robbenjagd engagieren. Die Kooperation mit einflussreichen Organisationen und prominenten Persönlichkeiten ist für das gemeinsames Anliegen optimal. Kanada muss endlich einsehen, dass das Massaker an den Robben für das Image des Landes äusserst schädlich ist, und die Öffentlichkeit unter diesen Umständen auf kanadische Produkte oder Ferien in Kanada verzichten will.
OceanCare bleibt am Ball und führt die Kampagne gegen die Robbenjagd und die Verhandlungen auch mit dem kanadischen Botschafter in Bern weiter.
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