INFOS VON A-Z >
Mauretanien - Cap Blanc
Mittelmeer-Mönchsrobben
Mittelmeer-Mönchsrobben gehören zur Familie der Hundsrobben. Sie leben ihrem Namen nach im Mittelmeer mit Hauptpopulationen in der Ägäis und in der Adria, aber auch im südwestlichen Schwarzen Meer und im Atlantik vor der Nordwestküste Afrikas. Sie bevorzugen zeitweise das offene Meer. Ihre Vorliebe gilt jedoch Höhlen und Felsüberhängen, die vom Land aus unerreichbar sind, mit zum Teil nur unter Wasser erreichbaren Eingängen.Die Mönchsrobben erreichen eine Länge von 2.5 bis 2.7m und ein Gewicht zwischen 260 und 300 kg. Sie sind kräftig gebaut, mit länglichem Körper, relativ kleinem Kopf und kurzen Flippern. Ihre Nahrung besteht aus einer Vielzahl von Fischen, Kraken und einer Art Rochen. Zu grosse Fische werden nicht ganz heruntergeschluckt, sondern an der Wasseroberfläche durch Schütteln zerteilt.
Diese Robbenart ist stark gefährdet: zum einen durch ihre Aufspaltung in kleine Populationen, und zum anderen durch den von Menschen übervölkerten Lebensraum, die hohe Umweltbelastung und Überfischung.
Obwohl die Mönchsrobben im uns am besten bekannten Meer, dem Mittelmeer, heimisch sind, hat wohl noch kaum jemand von uns ein Exemplar dieser Art gesehen.
Der Grund dafür ist alarmierend: der Bestand der Mittelmeer-Mönchsrobben ist in den vergangenen Jahrzehnten derart stark zurückgegangen und hat sich in kleine und zersplitterte Gruppen in einige wenige ungestörte Gebiete in der Ägäis, der Südtürkei, Madeira und Mauretanien zurückgezogen
Doch auch hier sind sie weiterhin grossen Gefahren ausgesetzt, die ihr Überleben bedrohen. Die Mittelmeer-Mönchsrobbe gilt damit als die am stärksten gefährdete Säugetierart in Europa. Der Gesamtbestand wird weltweit auf etwa 450 Tiere geschätzt.
Erstaunlicherweise lebt die grösste Population der Mittelmeer-Mönchsrobben nicht im Mittelmeer, sondern vor der mauretanischen Atlantikküste. Zwar bietet die sturmgepeitschte Steilküste am Cap Blanc nicht gerade ideale Lebensbedingungen für die Art, doch weil die Höhlen für den Menschen nur schwer zugänglich sind - vom Land her geschützt durch vermintes Gelände, vom Meer durch hohen Seegang und scharfkantige Klippen - konnten die Tiere hier überleben.
Seit zwei Jahren unterstützt OceanCare die spanische Naturschutzorganisation CBD Hábitat bei ihrer Arbeit vor Ort. Dabei wird eng mit den Küstenfischern zusammengearbeitet und 2001 willigten die Küstenfischer ein, auf sämtliche Fangtätigkeiten im Bereich der Robbenhöhlen zu verzichten. Dies war der erste Schritt zu dem inzwischen ausgewiesenen Schutzgebiet, das derzeit rund sechs Kilometer Küste und einen entsprechenden Meeresabschnitt bis zu einem Kilometer hinaus auf die offene See umfasst.
Als Gegenleistung erhalten die Fischer und ihre Familien vielfältige Hilfe von unseren Partnern vor Ort. Bei Schulungen und persönlichen Beratungen geht es um Themen wie Gesundheitsvorsorge, Sicherheit auf See, technische Wartung der Boote bis hin zur Wissensvermittlung über Meeresökologie und nachhaltige Fischerei. So lernen die Fischer, wie sie ihre eigene Zukunft und gleichzeitig die ihrer Mitgeschöpfe sichern können.
Einen schweren Rückschlag in den Schutzbemühungen stellte das durch eine Gift absondernde Algenart verursachte Massensterben der Mönchsrobben im Jahr 1997 dar, bei dem mehr als 200 Tiere starben. Doch die ständige Anwesenheit spanischer Naturschützer, inzwischen unterstützt von einheimischen Rangern, hat dafür gesorgt, dass die Population am Cap Blanc nicht nur stabil blieb, sondern kontinuierlich wieder ansteigt. 150 Tiere leben mittlerweile wieder am Cap Blanc, einem der letzten Rückzugsgebiete für die seltenen Meeressäuger.
Diese positive Entwicklung der letzten grossen Kolonie der Mittelmeer-Mönchsrobbe wird durch die ständige Präsenz von Wächtern gesichert, welche die Tiere vor illegalen Fischereiaktivitäten und anderen Störungen durch den Menschen bewahren.
Am Cap Blanc hat das Meer Höhlen aus dem Fels gefressen, in denen die Robben ihre Jungen zur Welt bringen und aufziehen können. Doch die wachsende Robbenkolonie braucht dringend mehr Platz. Früher einmal hatte sich ihr Lebensraum bis an die marokkanische Grenze und weit darüber hinaus erstreckt. Zwar gibt es hier auch heute noch geeignete Höhlen, doch illegale Fischereiaktivitäten und Muschelsucher gefährden und vertreiben die Tiere an diesen Küstenabschnitten.
Um die Tiere in einem wesentlich grösseren Gebiet vor Störungen durch den Menschen schützen zu können, müssen das Überwachungsteam und seine Ausrüstung dringend aufgestockt werden. Nur so können wir dafür sorgen, dass an der Küste nördlich des Cap Blanc eine weitere Robbenkolonie entstehen kann.
Rund 60.000 Franken kosten die dringlichsten Anschaffungen wie ein Zodiac-Schlauchboot, Kletter- und Tauchausrüstung, Videokameras für die Höhlen und sonstiges Gerät. Nach Möglichkeit sollen Wächter bald auch die marokkanische Küste im Auge behalten, dafür wäre dann allerdings ein zweites Überwachungsteam nötig.
Helfen Sie uns, die Mittelmeer-Mönchsrobben zu schützen und einen Teil des früheren Lebensraumes zurückzuerobern. Herzlichen Dank!
Weitere Informationen:
» Schutzprojekt Mittelmeer-Mönchsrobbe
» Mönchsrobben-Patenschaft
» Video Dokumentation
zurück
OceanCare - Oberdorfstrasse 16 - Postfach 372 - 8820 Wädenswil
Telefon: +41 (0) 44 780 66 88 - Fax: +41 (0) 44 780 68 08
E-mail: info@oceancare.org - Internet: www.oceancare.org









