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fair-fish – Fairness beim Fischessen
fair-fish wird von einem fünfköpfigen Vorstand geführt, darunter auch von der OceanCare-Präsidentin Sigrid Lüber. Am Sitz des Vereins, in Winterthur, liegt die Leitung der Arbeiten bei Heinzpeter Studer, der das Projekt 1997 lanciert hat. Als vom Staat anerkannte gemeinnützige Organisation darf fair-fish hin und wieder auf die Mitarbeit einer Fachperson des Fachvereins Arbeit und Umwelt (FAU) zählen.Ziele von fair-fish:
- Grundlagen für eine Verbreitung tierfreundlicher, nachhaltiger Gewinnung von Speisefischen schaffen helfen;
- Information der Öffentlichkeit über die Probleme der heute vorherrschenden Produktion von Speisefischen und über die möglichen Alternativen;
- Pflege des Kontakts mit Fachleuten, Wissenschaftern, Praktikern, Vermarktern und Organisationen verwandter Zielrichtung;
- Definition von Kriterien für faire Methoden in Fischfang und Fischzucht;
- Aufbau eines Labels zur Auszeichnung von Fischen, die nach diesen Kriterien gewonnen wurden.
Unsere wichtigsten Kriterien beim Fischfang:
- Die Fangmethoden müssen so beschaffen sein, dass kein Fisch lange im Fanggerät verweilen muss und dass jeder Fisch sofort nach der Entnahme aus dem Wasser betäubt und getötet werden kann. Natürlich ist das völlig undenkbar in der industriellen Fischerei, welche aber ohnehin abgeschafft werden muss, weil sie alles zerstört. In der traditionellen Küstenfischerei und in der Binnenfischerei hingegen, wo mit Leinen und kleinen Netzen gearbeitet wird, lassen sich unsere Kriterien erfüllen, wenn man will.
- Nur Fische, welche nachweislich auf diese Weise gefangen, betäubt und getötet worden sind, dürfen unter dem Label «fair-fish» angeboten werden.
Unsere wichtigsten Kriterien bei der Fischzucht:
- Die Besatzdichte in einem Becken oder Teich darf 20 kg Fisch pro m3 Wasser nicht übersteigen.
- Die Fische müssen Schattenplätze aufsuchen können; Schutz vor Sonneneinstrahlung kann durch Bäume oder durch künstliche Strukturen gewährleistet werden.
- Gestaltung der Becken durch (vorzugsweise mobile) Strukturen, welche den Fischen ermöglichen, sich ihrer Art gemäss zu verhalten. Diese Strukturen müssen wenigstens Orte mit verschiedenen Wasserfliessgeschwindigkeiten und Rückzugsorte bieten;
Ausnahme für Becken, in welchen die Besatzdichte 10 kg/m3 nicht übersteigt. - Kein Fisch darf mehr als dreimal während seines Lebens nach Grösse sortiert werden; Ausnahme: Elterntiere dürfen zur Gewinnung der Geschlechtsprodukte maximal dreimal pro Laichsaison sortiert werden.
- Verboten sind gentechnische Manipulationen der Fische, die Produktion polyploider Fische, die Geschlechtsumwandlung mit Hormonen und die hormonelle Behandlung zur Erzielung der Geschlechtsreife .
- Die Fische verbringen vorzugsweise ihr ganzes Leben auf dem selben Betrieb. Sofern Jungfische zugekauft werden, müssen sie mindestens die letzten zwei Drittel ihres Lebens auf dem Betrieb verbracht haben.
- Jeder Fisch wird sofort nach der Entnahme aus dem Wasser betäubt und anschliessend sogleich ausgenommen. Erlaubt sind derzeit drei Betäubungsmethoden: Stockschlag auf den Kopf des Fisches, Einleiten von elektrischem Strom oder Beigabe von Nelkenöl ins Wasser.
- Hälterung und Verkauf lebender Fische sind nur in individuell abgeklärten Fällen erlaubt.
Aktueller Stand unserer Tätigkeiten:
Trotz intensiven Bemühungen ist es in den ersten Jahren nicht gelungen, ein Angebot von «fairen Fischen» für den Testmarkt Schweiz aufzubauen. Einzelne einheimische Berufsfischer und Fischzüchter sind zwar interessiert, aber nur einziger (Ende 2004 pensionierter) Berufsfischer konnte das Zertifizierungsverfahren erfolgreich abschliessen.
Seit Sommer 2004 arbeiten wir daran, dass «faire Fische» von senegalesischen Küstenfischern nach Europa exportiert werden können. Die Schweiz muss ohnehin 95 Prozent der im Inland verzehrten Fische importieren (Österreich 94%, Deutschland 89%), rund ein Drittel davon aus Übersee (Kanada, Südamerika, Südostasien, Ozeanien...). Meist stammen diese Importe aus industrieller Meeresfischerei.
Der Beginn der Importe aus Senegal ist ab Frühling 2006 geplant, zunächst in die Schweiz (Migros). Später wollen wir das Projekt schrittweise auf weitere Herkunfts- und Importländer ausdehnen. Gleichzeitig soll auch ein Absatzmarkt für «faire Fische» in Afrika selber aufgebaut werden.
«Faire Fische» aus Senegal werden eine echte Alternative sein:
- eine Alternative zur üblichen Quälerei im Fischfang
- eine Alternative zur rücksichtslosen Ausfischung der Meere
- eine Alternative zu den unfairen Marktbedingungen der meisten Fischer
28-11-2005
Bildlegenden
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Tierschutz: Sofort nach Entnahme aus dem Wasser betäubt: Kopfschlag mit dem fair-fish-Stock – dank der spezifischen Schlagspur kann die «Société de Surveillance» die Einhaltung der Vorschrift Fisch für Fisch kontrollieren.
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Tierschutz: Unter Betäubung getötet: Kiemenschnitt mit der Klinge
am fair-fish-Stock – kein langes Leiden mehr.
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Nachhaltigkeit: Die fair-fish-Vorschriften lassen nur Gerät für nachhaltigen Fischfang zu – und nur den Fang von Arten, welche «Friend of the Sea» http://www.friendofthesea.org gutheisst.
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Fairer Handel: Wirklich kostendeckende Preise für die Fischer (z. B. in Senegal) – und Förderung der lokalen Entwicklung, v. a. auch ausserhalb der Fischerei.
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