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Grindwalfang auf den Färöer Inseln
Bis vor kurzem wurden auf den Färöer Inseln jährlich rund 1000 Grindwale (Globicephala melas) und andere Delphine getötet. Seit einiger Zeit ist der Grindwalfang stark rückläufig. Waren es in früheren Jahre 8 bis 11 Grindwalschulen, die der Jagd zum Opfer fielen, wurden im Jahr 2008 keine Grindwale getötet, im Jahr 2009 wurden 300 Grindwale (drei Schulen).Dänemark hat sich als Mitunterzeichner der Bonner und Berner Konventionen dem Schutz der Kleinwale verpflichtet. Da die Färöer Inseln aber von ihren sogenannten „Homerules“ regiert werden – also einen semi-autonomen Status haben, sind sie leider nicht an diesen Staatsvertrag gebunden.
Die Färinger Gesundheitsbehörde hat 2008 die Bevölkerung dazu aufgerufen, auf den Konsum des stark Schadstoffbelasteten Grindwalfleisches zu verzichten. Demnächst wird eine neue Studie veröffentlicht, die aufgrund von neuen Haarproben belegt, dass die Quecksilberbelastung der Einwohner, die den Grindwalfleischkonsum aufgegeben haben, zurückgegangen ist. Diese unabhängige Studie eines internationalen Ärzteteams wird grosse Beachtung finden.
OceanCare arbeitet seit 1992 an diesem Thema und hat im Sommer 2009 ein dänisches Team auf die Färöer Inseln entsandt, um aktuelle Informationen zu erhalten. Unser Team hat under cover recherchiert, um an möglichst viele und ungefilterte Informationen heranzukommen.
Von 23 Buchten, wo normalerweise Grindwale getötet werden, konnten sie 16 Buchten besuchen. Von diesen werden bereits 9 Buchten anders genutzt - z.B. Fischzuchten, neue Häfen, etc. Das bedeutet, dass diese Buchten kaum mehr für den Grindwalfang benutzt werden können.
Ausser in einem Restaurant, wo noch zusammen mit anderen lokalen Spezialitäten kleine Portionen Grindwalfleisch als Vorspeise serviert werden, haben sie keine Restaurants gefunden, die Grindwalfleisch anbieten.
Die Gespräche mit Einheimischen haben ergeben, dass nur noch ältere Leute in abgelegenen Gebieten Grindwalfleisch essen, die jüngeren Generationen konsumieren das Fleisch nicht mehr. Das hat bestimmt auch damit zu tun, dass im August 2008 die färingische Gesundheitsbehörde aufgrund der Schadstoffbelastung ganz vom Grindwalfleischkonsum abgeraten hat. Unser Team hatte den Eindruck, dass die Einheimischen sehr gut über das Gesundheitsrisiko des Grindwalfleischkonsums informiert sind und es eine Frage des Generationenwechsel ist, bis der Grindwalfang aufhört.
Seit etwa drei Jahren wird eine Petition per Kettenmail verbreitet. Diese Petition ist leider nicht auf dem aktuellen Stand und enthält falsche Informationen und Bilder die mehr als 10 Jahre alt sind. Wer die Petition lanciert hat ist nicht bekannt, ebensowenig wann und wo die Unterschriften überreicht werden sollen.
Das Problem auf den Färöer Inseln ist, dass die Einwohner sich absolut stur verhalten, sobald Umwelt- und Tierschützer ins Spiel kommen. Laut unseren Kontakten auf den Färöer Inseln wurden die Grindwale, die im Juni und Juli 2010 getötet wurden, sozusagen als Protest gegen die Petitionen getötet. Auch wenn es keine Beweise gibt, dass dies so ist, müssen wir diese Hinweise unserer Kontakte mit Einheimischen der Färöer Inseln ernst nehmen.
OceanCare ist zusammen mit dänischen Partnerorganisationen in persönlichen Gesprächen mit Wissenschaftlern und Vertretern der dänischen und färingischen Bevölkerung und Regierung. OceanCare ist auch Teil einer Arbeitsgruppe mehrerer Organisationen zum Grindwalfang auf den Färöer Inseln und diskutiert zur Zeit das Entsenden einer Delegation auf die Färöer Inseln, um das Gespräch mit der Regierung zu suchen.
Wir sind überzeugt, dass wir damit die Lösung des Problems auf den Färöer Inseln beschleunigen.
Weitere Informationen:
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