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Schutzgebiete

Die meisten Grosswale legen in ihrem langen Leben riesige Strecken in den Meeren zurück. Sie jagen und fressen in den kalten Gewässern, z.B. am Südpol, bevor sie in die Tropen wandern, um sich dort zu paaren, ihren Nachwuchs zu gebären und zu säugen. Dann kehren sie in kalte nahrungsreiche Regionen zurück. Paarungs- und Aufzuchtgebiete liegen oft Tausende von Kilometern von den Nahrungsgründen entfernt.

Schutzgebiete für Wale sollen den Meeresriesen die Möglichkeit bieten, sich in weitläufigen Meeresregionen ungestört zu ernähren, sich zu vermehren – in der Hoffnung, dass sich die Bestände von der Bejagung vergangener Jahrhunderte trotz Überfischung der Meere und erhöhter Umweltverschmutzung wieder erholen können.

Schutzgebiete haben eine sehr positive Signalwirkung. Ihr Wert liegt nicht nur im nicht-jagen, sondern auch im vorsichtigen fischen, kein Beifang, strikt geregelter Schiffsverkehr, keine Militärmanöver, kein Müllabladen, saubere Küsten, geregeltes Whale-Watching.

Schutzgebiet Indischer Ozean

Schon 1979 beschloss die Internationale Walfang-Kommission (IWC) im Indischen Ozean ein Wal-Schutzgebiet. Dabei ging es vor allem um die Blauwale, die grössten auf der Erde lebenden Säugetiere, die im Indischen Ozean ihre Jungen aufziehen.

Antarktisches Schutzgebiet

Das Schutzgebiet im Südpolarmeer wurde 1994 von der Internationalen Walfang-Kommission beschlossen. Es umfasst die Gewässer rund um die Antarktis mindestens bis zum 60. Breitengrad, teilweise aber auch weiter nördlich gelegene Gebiete bis 55° oder 40° Süd. Dreiviertel der wichtigen Nahrungsgebiete der Wale sind damit geschützt. Das Schutzgebiet soll den Beständen an Blau-, Finn-, Buckel- und Seiwalen die Chance geben, sich zu erholen. Ausserdem wird damit die wenig bejagte Walart geschützt: die Antarktischen Zwergwale.

Walschutzgebiete auf der Südhalbkugel

1998 schlugen Australien und Neuseeland erstmals das Südpazifische Walschutzgebiet vor. Brasilien setzt sich für ein Schutzgebiet im Südatlantik ein. Zwar stand die Einrichtung eines Walschutzgebietes im Süd-Pazifik und im Südatlantik auf den letzten drei Konferenzen der IWC-in London (2001), Shimonoseki (2002) und Berlin (2003) auf der Agenda, doch die erforderliche Mehrheit für ein neues Schutzgebiet kam nicht zustande.

Weitere Walschutzgebiete

Es gibt zahlreiche regionale Walschutzgebiete, deren Aufzählung diesen Rahmen sprengen würde. Das der Schweiz am nächsten gelegene Walschutzgebiet ist im korso-liguro-provenzalischen Sektor des Mittelmeers. Es wurde von Frankreich, Italien und Monaco beschlossen und trat im Jahr 2001 in Kraft.

Anfangs 2003 hat FIji seine Exklusive Economic Zone (EEZ) zum Walschutzgebiet erklärt. FIji ist das neunte Land, das im Süd-Pazifik seine EEZ zum Walschutzgebiet erklärt. Ein Netzwerk von Walschutzgebieten deckt nun 11 Millionen km2 im Pazifik ab.

In der Beringsee und dem Golf von Alaska wurden 36.750 Quadratmeilen im Juli 2007 von der US-Regierung als Schutzgebiet für Nordpazifische Glattwale, eine der am meisten bedrohten Walarten, deklariert. Das Gebiet wurde aufgrund von Expeditionen zwischen 1996 und 2003 als wichtig erkannt, weil sich viele der letzten Vertreter dieser Art dort aufhalten. Laut Schätzungen besteht die Population der Nordpazifischen Glattwale zurzeit aus wenigen Hundert Tieren. Vor dem Verbot des kommerziellen Walfanges, das 1986 inkraft trat, wurden Glattwale von Walfänger in hoher Zahl getötet und beinahe ausgerottet. Der englische Name „Right whale“ kommt daher, dass Walfänger diesen langsam schwimmenden Wal als den „richtigen“ für die Jagd hielten.

Der Lebensraum Meer ist ein Schatz der unbedingt erhalten bleuben muss. Der Entscheid Frankreichs, das existierende Meeressäugerschutz-Gesetz, durch die Schaffung eines Schutzgebiets in den Antillen zu stärken, gibt Hoffung für die Zukunft und ist Leitmotiv für andere Inselstaaten in der Gegend, die Willens sind, sich Problemen wie Klimaveränderung und Rückgang der Artenvielfalt in Tropischen Zonen zu stellen. Mehr Infos

Weltpark für Wale

Seit einigen Jahren laufen Bemühungen für die Einrichtung neuer Walschutzgebiete mit dem Endziel eines Weltparks für Wale, was einem permanenten Walfangmoratorium entsprechen würde.

Der Grund für diese Bemühungen ist, dass abgesehen von den Umweltbedrohungen – zu denen so komplexe Fragen wie die Auswirkung des "Ozonlochs" auf die Nahrungskette gehören – die grösste Bedrohung für die Walpopulationen dieser Welt die Möglichkeit ist, dass irgendwann in Zukunft der kommerzielle Walfang auf legaler Grundlage wieder aufgenommen werden darf. In der Vergangenheit war der kommerzielle Walfang dafür verantwortlich, dass zahlreiche Walarten fast ausgerottet wurden.

Sea Lion Easterly - Naturreservat im Südatlantik

 OceanCare engagiert sich mit dem Antarctic Research Trust (ART) als Mitbegründerin eines Naturreservats im Süd Atlantik. Die Falkland Inseln sind Heimat von Millionen von Seevögeln und Meeressäugern.

Die seit über 150 Jahren andauernde Besiedlung durch den Menschen hat jedoch dazu geführt, dass der Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten durch Bewirtschaftung zerstört wurde. ART hat vier Inseln käuflich erworben, unter anderem Sea Lion Easterly, auf der die zweitgrösste See-Elefantenkolonie der Falkland Inseln zu finden ist. Mit ihrem Beitrag hilft OceanCare den Kauf und den Unterhalt des Naturreservats zu finanzieren.

Weitere Informationen:
» Dokumentarfilm: Sanctuaries of the Sea


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