Das Meer wird leer

Das trügerisch üppige Fischangebot in Läden und Restaurants täuscht. Bald wird es keinen Fisch mehr auf dem Teller geben. Riesige industrielle Fangflotten plündern die Meere systematisch aus. Hunderttausende Wale, Delphine, Haie, Vögel und Schildkröten gehen dabei weltweit als Beifang zugrunde.
Mehr als 80% der kommerziell genutzten Fischarten sind heute bis ans Limit befischt, überfischt oder erschöpft. Wenn wir unseren Appetit nicht zügeln, werden deren Bestände in rund 40 Jahren verschwunden sein. Vielen Meerestieren, aber auch rund drei Milliarden Menschen, die auf Nahrung aus dem Meer angewiesen sind, droht der Hunger.

Um die steigende Nachfrage nach Speisefischen zu decken, werden diese auch in Aquakulturen gezüchtet. Doch Zuchtfarmen kurbeln die Überfischung zusätzlich an, denn gezüchtet werden vorwiegend Raubfische, die wiederum mit Fischen aus den Ozeanen gefüttert werden müssen.

Einfluss auf europäische Fischereireform

Die EU hat es bislang versäumt, die Fischerei nachhaltig zu gestalten. In europäischen Gewässern sind viele Fischbestände bedroht. Als Mitglied der Allianz OCEAN2012 nimmt OceanCare Einfluss auf die Reform der europäischen Fischerei.

Mit Erfolg: Das EU-Parlament beschloss 2013, Subventionen nur noch an Fischer zu vergeben, die nachhaltig wirtschaften. Aufgrund einer Reform, an der OceanCare 2010 mitgewirkt hatte, werden illegale Fischereiaktivitäten zudem mit saftigen Geldbussen bestraft und Schiffe von ausserhalb der EU, die wiederholt Gesetze brechen, dürfen keine europäischen Häfen mehr anlaufen.

Gegen illegale Fischerei

OceanCare, das Forschungsinstitut Tethys und die Organisation Dolphin Biology & Conservation untersuchen den Einfluss industrieller Fischerei auf die marine Artenvielfalt in Griechenland. Aufgrund der bedenklichen Resultate appellieren die Partner an die griechische Regierung und die EU, die Fischereigesetze zu verschärfen und ökologisch sensible Regionen unter Schutz zu stellen.

Wichtig ist auch die enge Kooperation mit traditionellen Küstenfischern, deren berufliche Existenz durch die Überfischung ebenfalls bedroht ist. Freiwillig vergrösserten die Fischer der griechischen Insel Kalamos aufgrund der Sensibilisierung durch die Forscher die Maschen ihrer Netze. Sie schonen die Fische während der Laichzeit und fordern die Regierung auch selber auf, Gesetzesverstösse zu ahnden.

Appell an die kulinarische Vernunft

Weil Regierungen zu wenig tun, müssen wir Konsumenten aktiv werden:
  • Essen Sie möglichst nur einheimische Süsswasserfische.
  • Soll es trotzdem einmal Meerfisch sein, dann nur aus nachhaltigem, möglichst biozertifiziertem Fang. Das Label 'fair-fish' steht für hochstehenden Tierschutz.  
  • Fragen Sie auch im Restaurant nach zertifizierten Fischen. 'fish4future' bringt als einziges Label nachhaltige Fische in die Schweizer Gastronomie.
  • Verzichten Sie auf Krill-, Robben- und Fischöle. Omega-3-Fettsäuren hat es auch in Zuchtalgen-, Lein- und Rapsöl.
     
Fischerboot