Delphinarien: Schatten-seiten eines Booms

Delphine faszinieren seit Urzeiten. In der Antike wurden sie als Boten der Götter verehrt – wer einen Delphin tötete, bezahlte dafür mit dem Leben. Die Anziehungskraft der Meeressäuger ist ungebrochen. Doch dafür, dass wir ihnen nahe sein wollen, bezahlen die Delphine heute einen hohen Preis.
Als wandernde Tiere legen Delphine im Meer täglich Distanzen von bis zu 100 Kilometern zurück. Sie leben und jagen in hoch entwickelten Sozialverbänden und orientieren sich in der Dunkelheit der Ozeane akustisch über ihren Echoortungssinn.

An Land kann ihr Lebensraum nicht nachgebildet werden. Jedes Becken ist für Delphine zu klein, zu kahl, zu reizlos, schlicht zu artfremd. Werden die hochintelligenten Tiere in Delphinarien gehalten, verlieren sie alles: ihre Freiheit, ihre komplexen Familienbande, ihr natürliches Verhalten.

Gejagt, gefangen, gequält – geliebt?

Rund 200 Delphinarien existieren weltweit. Die Nachfrage nach Delphinen ist gross und weil diese mit Nachzuchten in Gefangenschaft nicht gedeckt werden kann, braucht es Wildfänge. Das sind brutale Fangaktionen, die im Meer mitunter das Überleben ganzer Delphinpopulationen gefährden. 

Für Delphine, die Fang und Transport überleben, beginnt ein Martyrium. Fortan schwimmen sie auf engstem Raum in einer für sie unnatürlichen Umgebung. Als Wildtiere sind sie ohne Rückzugsmög-lichkeit dauernd der Präsenz von Menschen ausgesetzt und können auch den Artgenossen, mit denen sie willkürlich zusammengepfercht sind, nicht ausweichen.

Gefangene Delphine stehen unter Dauerstress. Viele Tiere sind krank und sterben jung. Allein im Schweizer „Connyland“ verendeten innerhalb von gerade einmal vier Jahren acht Delphine.

Delphine als Wildtiere respektieren


OceanCare engagiert sich seit 1989 dafür, dass Delphine als freie Wildtiere geachtet werden. Bereits im Gründungsjahr der Organisation konnte der Bau eines Delphinariums im Kanton Wallis verhindert werden. 1998 gab Knie’s Kinderzoo in Rapperswil die Delphinhaltung auf, nachdem OceanCare Wildfänge in Jamaica vereitelt hatte. 2012 gelang mit dem Importverbot für Wale und Delphine in der Schweiz der Durchbruch auf politischer Ebene.

Aktuell prüft die EU aufgrund einer 2011 eingereichten Petition, ob die Gefangenhaltung von Walen und Delphinen der europäischen Zoo-Richtlinie entspricht, was nach Ansicht von OceanCare nicht der Fall ist. Innerhalb der EU ist Spanien mit 11 Delphinarien und 90 darin gefangenen Tieren trauriger Spitzenreiter. Im Rahmen der Kampagne "SOSdelphine" fördert OceanCare an der Seite der Organisation FAADA erfolgreich die kritische Sicht auf diese Institutionen und fordert ein Ende der Delphinarien auch in Spanien.

OceanCare rät aus Sicht des Tier- und Artenschutzes dringend vom Besuch von Delphinarien ab. Wer Delphine respektiert, begegnet ihnen in freier Wildbahn im Rahmen von Forschungsreisen oder verantwortungsvoll geführten Whale & Dolphin Watching-Touren.

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