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Robbenjagd in Kanada - nach wie vor äusserst grausam

Wädenswil/Montreux, 14.04.2011

Die Robbenjagd in Kanada ist nach wie vor äusserst grausam. Dies berichtet uns Vera Weber von unserer Partnerorganisation Fondation Franz Weber. Sie ist zur Zeit in Kanada, um sich selber ein Bild von der Robbenjagd zu machen.   «Die Brutalität ist schockierend. » erzählt Vera Weber «Nichts hat sich an der kanadischen Robbenjagd verändert, seit ich im 2006 und 2008 hier vor Ort war. Nach wie vor konnte ich kaum ein Tier beobachten, dass durch einen Abschuss sofort tot war.» Die meisten Sattelrobben hätten sich noch bewegt, nachdem sie von einer oder mehreren Kugeln getroffen waren und erlitten unvorstellbare Schmerzen.  

Die Jagd auf Robben kann gar nicht human sein kann. Winzige Eisschollen, starker Wind, hoher Wellengang, stark schaukelnde Jagdbote: alles in Bewegung. Auf diese Weise kann ein drei Wochen altes Robbenbaby, das zu entkommen versucht, gar nicht präzis durch einen Gewehrschuss getroffen werden. Deshalb erschlagen die Jäger die Robbenbabies nach minutenlangen Todeskampf.  

Das Ganze hat sich vor Vera Weber’s Augen nicht auf einer geschlossenen Eisdecke abgespielt, sondern vielmehr auf einer Art zerfallendem Eisbrei. Der grösste Teil der See vor Neufundland ist bereits eisfrei. Für die Sattelrobben eine Katastrophe. Sie brauchen grosse, stabile Eisschollen, um ihre Jungen sicher zur Welt zu bringen. Solche fehlen hier diesen Frühling fast völlig. Die Folge: viele Robbenmütter müssen ihre Jungen im offenen Meer zur Welt bringen, wo diese sofort ertrinken.  

Das Geschehen an Kanadas Ostküste hat auch Bezüge zur Schweiz. So hat die EU im Sommer 2010 ein Importverbot für Robbenprodukte in Kraft gesetzt für welches sich die Partnerorganisationen OceanCare und Fondation Franz Weber eingesetzt haben. Seit 2008 setzen sich die beiden Organisationen zusammen für ein Import- und Handelsverbot für Robbenprodukte in der Schweiz ein. Ein solches ist aber im Herbst 2010 absolut unverständlicherweise am Widerstand des Ständerates gescheitert. Dieser politisiert damit völlig am Volk vorbei. Eine aktuelle vom Institut GFS-Zürich im Auftrag der Fondation Franz Weber durchgeführte Umfrage hat nämlich ergeben, dass 69 Prozent der Befragten dem Verkauf oder Handel von Robbenprodukten kritisch bis ablehnend gegenüberstehen. «Und dies ohne Erwähnung der Jagdmethoden!» betont Vera Weber. Nennt man auch die brutalen aktuellen Jagdmethoden, lehnen sogar 97 Prozent den handel von Robbenprodukten in der Schweiz ab.  

Angesichts der Klimaerwärmung und des Artenverlusts muss die kommerzielle Jagd auf Robben endlich aufhören. Die Schweiz kann mit einem Handelsverbot für Robbenprodukte zum Schutz und Erhalt der Robben beitragen, wenn Sie ein an die EU angelehntes Handelsverbot erlässt. Dafür setzen sich Fondation Franz Weber und OceanCare ein.

Die beiden Organisationen haben im Oktober 2010 eine Petition an das Schweizer Parlament lanciert. Bereits haben rund 75‘000 Personen die Petition unterzeichnet. Die Petition läuft noch bis Mitte Juni und wird mit Sicherheit noch grosse Unterstützung erhalten. 



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