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IWC Tagung ohne Beschlüsse

Wädenswil/Madeira, 26.06.2009

Die Jahreskonferenz der Internationalen Walfangkommission endete bereits einen Tag früher als geplant, weil - unter dem Motto der Konfliktvermeidung zwischen den Pro und Kontra Walfangländern - praktisch keine Verhandlungen stattfanden, respektive diese in eigens dafür gebildete Arbeitsgruppen ausgelagert wurden.

Es war zwar erfreulich, dass die von Grönland geforderte zusätzliche Buckelwal-Quote noch nicht vergeben worden ist, aber da Dänemark und Grönland die ganze IWC dominiert und gelähmt hatte, wurden weder Islands noch Norwegens Walfangaktivitäten diskutiert und es wurden auch keine Anstrengungen unternommen, den zunehmenden Handel mit Walfleisch zu unterbinden. Japan lagert zur Zeit rund 3'000 Tonnen Walfleisch für das es keine Abnehmer gibt.

Auch die Debatte zum Kompromiss mit Japan, der die Bewilligung des Küstenwalfangs beinhaltet, wenn Japan im Gegenzug den sogenannt Wissenschaftlichen Walfang - bei dem in der letzten Saison rund 30% der getöteten Tiere trächtige Weibchen waren - reduziert, wurde auf das kommende Jahr verschoben. Auch diese Verhandlungen sollen in einer Interims-Arbeitsgruppe weiter geführt werden.

Einzig wirklich positive Entwicklung ist der Beschluss der IWC, dem Klimawandel und dessen Einfluss auf die Cetaceen grössere Wichtigkeit zu geben. Mit einer Konsens-Resolution rief die IWC die Mitgliedstaaten dazu auf, den CO2 Ausstoss zu veringern und damit die Auswirkungen auf den Klimawandel zu reduzieren.

Aufgrund der Studie "Toxic Menu" von OceanCare und Pro Wildlife gerieten die Walfangländer unter Kritik, die Konsumenten von Walprodukten erheblichen Gesundheitsrisiken auszusetzen. Explizit wurden die dänischen Färöer-Inseln zur Rede gestellt, wo trotz Warnung der eigenen Gesundheitsbehörden in diesem Jahr bereits zwei Grindwal-Jagden stattfanden und das erbeutete Walfleisch an die Bevölkerung verteilt wurde. Auch Japan wurde kritisiert, ie Bevölkerung nicht über das Gesundheitsrisiko des Walfleischkonsums zu orientieren. Japan leugnete aber jegliche Belastung von japanischem Walfleisch – sogar den eigenen wissenschaftlichen Ergebnissen zum Trotz.

Die eindeutigen und wissenschaftlich erhärteten Beweise des Gesundheitsrisikos für Walfleischkonsumenten veranlassten sechs IWC Mitgliedstaaten - darunter auch die Schweiz - eine stärkere Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation WHO zu fordern. Für OceanCare und Pro Wildlife ist dies eine gute Basis, um in anderen Foren wie der WHO und bei den Verbraucherschutzverbänden in den Walfangländern anknüpfen zu können. Die Wortmeldungen der Mitgliedstaaten an der IWC sind deshalb auch ein wichtiger Etappanerfolg für unser Ziel, die Nachfrage nach Walfleisch und damit die Jagd auf Wale und Delphine zu reduzieren.



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