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Wie kommt der Delphin ins Becken?
Wädenswil, 20.03.2008
Viele hegen den Wunsch, Delphine live zu sehen oder mit ihnen zu schwimmen. Delphinarien schiessen weltweit wie Pilze aus dem Boden. Das Geschäft ist lukrativ: Nach aktuellen Schätzungen werden pro Delphin in Schwimmprogrammen, Shows und Therapieangeboten jährlich mehr als eine Million Franken verdient. Die Tiere bezahlen dafür einen hohen Preis: Über die Schattenseiten des Delphinarien-Booms informiert OceanCare mit einer Aktion am Donnerstag, 20. März 2008, auf dem Zeughausplatz in Zürich.
Wer sich von albernen Kunststücken gefangener Delphine unterhalten lässt, sollte auch wissen, wie die Tiere ins Becken gelangen. Fast alle Show- und „Therapie“-Delphine lebten einst wild und frei im offenen Meer, wo sie brutal gefangen und ihrem Familienverband entrissen wurden. Besonders grausam sind die Treibjagden vor Japans Küsten. Mehr als tausend Delphine werden beim japanischen Fischerdorf Taiji jedes Jahr in eine Bucht getrieben und getötet.
In Gang gehalten wird dieses Gemetzel von der Delphinarien-Industrie. Bis zu 180'000 Franken Prämie kassieren die Fischer für die prächtigsten Tiere, die später lebenslang für noch mehr Geld in engen Betonbecken und abgeschlossenen Meeresbuchten Menschen amüsieren und „therapieren“ sollen. Sind die „Showstars“ abtransportiert, wird der Rest der Delphinfamilien mit Schlachterhaken und Messern getötet und zu Dosenfleisch, Düngemittel und Hundefutter verarbeitet.
Was unternimmt OceanCare gegen das Geschäft mit den Delphinen?
- Hinter dem Fang und Handel mit Taiji-Delphinen steht das Taiji Whale Museum (TWM), in dem auch ein Delphinarium untergebracht ist. Als Mitglied des Japanischen Verbandes für Zoos und Aquarien ist es der WAZA (World Association of Zoos and Aquariums) angeschlossen, die ihren Hauptsitz in Bern-Liebefeld hat. OceanCare fordert den Ausschluss des TWM aus der WAZA. Durch Isolation innerhalb der Zoo-Industrie soll dem Handel mit den Delphinen von Taiji ein Riegel geschoben werden.
- Am Donnerstag, 20. März 2008, tauchten auf dem Zeughausplatz (beim Paradeplatz) in Zürich Delphine in Form live geschnitzter Eisskulpturen auf.

- Mit der Aktion informiert OceanCare öffentlich über die Schattenseiten des Delphinarien-Booms und lanciert eine Petition an die EU gegen den Neubau von Delphinarien und gegen den Handel mit Delphinen und Walen.
- Mit der Broschüre Delphinarien – Schattenseiten eines Booms informiert OceanCare über die prekären Hintergründe kommerzieller Delphin-Angebote. Zahlreiche Schweizer Reiseveranstalter legen die Broschüre ihren Kundenunterlagen bei.
- Wer Delphine in Freiheit erleben möchte, findet bei OceanCare eine sinnvolle Alternative: Jeweils während der Sommermonate können sich Delphin-Liebhaber an der Wal- und Delphinforschung beteiligen und jene Tiere beobachten, die bis heute überlebt haben.
Delphine bezahlen einen hohen Preis dafür, dass wir sie lieben wollen! Wer sie wirklich mag, verzichtet auf den Besuch von Delphinarien.
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