PRESSECENTER
Begegnung mit Walen und Delphinen im Mittelmeer
Wädenswil, 30.01.2007
Wollen Sie Wale und Delphine in Freiheit erleben und aktiv zu ihrem Schutz beitragen? Dann sind Sie bei OceanCare an der richtigen Adresse. Seit zehn Jahren erforscht die Schweizer Natur- und Tierschutzorganisation im Walschutzgebiet vor der südfranzösischen Küste die Lebensweise der Meeressäuger. Vom 2. Juni bis zum 27. Juli 2007 ist das Forschungsschiff von OceanCare wieder auf See. Mit an Bord sind jeweils sechs Personen, die an der Forschungsarbeit teilnehmen und unvergessliche Ferien erleben können. Anmeldungen für die Wochentörns nimmt OceanCare ab sofort entgegen.In den Sommermonaten tauchen vor der südfranzösischen Küste Finnwale, Pottwale, Gewöhnliche Grindwale, Rundkopfdelphine, Grosse Tümmler, Gewöhnliche Delphine und Streifendelphine auf. Es sind wichtige Nahrungsgründe, in denen die Tiere geschützt werden sollen. Um dies zu gewährleisten dokumentiert OceanCare seit 1997 die räumliche und zeitliche Verbreitung der Meeressäuger und klärt ab, wo sich zwischen Mensch und Tier Konflikte in der Nutzung der Meereszone ergeben.
Ein weiteres wichtiges Ziel der Forschungstätigkeit ist lebendige Umweltbildung. Teilnehmende der Walforschungswochen erhalten Gelegenheit, Wale und Delphine zu beobachten und werden von Fachpersonen in die Wal- und Meeresforschung eingeführt. Wer Wale und Delphine auf diese Weise kennen lernt, wird motiviert sein, sich aktiv für ihren Schutz einzusetzen und sich an der Erhaltung der Ozeane als Lebensraum zu beteiligen.
Das Forschungsschiff von OceanCare startet im Yachthafen von Fréjus. Teilnehmen kann, wer bei guter Gesundheit und mindestens 18 Jahre alt ist. Ein siebentägiger Aufenthalt auf dem Schiff kostet inkl. Kost und Logis 1500 Franken. Anmeldungen nimmt OceanCare entgegen unter: Postfach 30, CH- 8820 Wädenswil, Tel. +41 (0)44 780 66 88, info@oceancare.org oder www.oceancare.org.
Detaillierte
Informationen zur Walforschung
Einblick in das Leben an Bord gibt der folgende Kurzfilm (Achtung 45MB – Download dauert eine Weile)
„Jeder von uns muss zur Veränderung beitragen, die wir in der Welt sehen wollen“
Interview mit Silvia Frey, wissenschaftliche Leiterin der Walforschung bei OceanCare
Silvia
Frey, was bedeutet
es für Sie, gemeinsam mit Meeresfreunden die Lebensweise der Wale und Delphine
zu erforschen?
Die Forschung für den Schutz der Wale und Delphine ist eine sinnvolle und erfüllende Tätigkeit, bei der auch ich immer wieder Neues lerne. Den Kontakt mit Menschen, die ein gemeinsames Interesse an den Meeressäugern verbindet, empfinde ich als bereichernd. Während der Walforschungswochen wollen wir den Teilnehmenden einen soliden Einblick in die Forschungstätigkeit und in das Verhalten von Walen und Delphinen vermitteln. Wenn unsere Gäste nach ein oder zwei Wochen reich an unvergesslichen Eindrücken und im Bewusstsein, etwas für die Meeressäuger getan zu haben, nach Hause gehen, erachten wir dies als Erfolg.
Aus welcher Nähe bekommen die Teilnehmenden Wale und Delphine zu Gesicht?
Immer aus der Nähe, die die Tiere wählen. Das ist bei der Walforschung von OceanCare oberstes Gebot. Das Wohl der Wale und Delphine steht bei unserer Arbeit im Zentrum. Wir vermeiden jegliche Aufdringlichkeit und steigen auch nicht zu den Tieren ins Wasser. Die Teilnehmenden erfahren, dass unvergessliche Begegnungen auch möglich sind, wenn wir Freiheit, Wohlergehen und Unabhängigkeit der Wale und Delphine respektieren. Die Sichtungen sind auch so oft schlichtweg überwältigend.
Was ist der wissenschaftliche Wert ihrer Arbeit auf dem Mittelmeer?
Die von OceanCare angewendete Forschungsmethode ist für die Tiere schonend und sie kann relativ einfach angewendet werden. Deshalb sind auch Daten, die von Laien unter fachlicher Aufsicht erhoben werden, wissenschaftlich relevant. Die Forschungsresultate werden einerseits an die Universität Montpellier weitergeleitet, wo sie in einer zentralen Datenbank mit den Ergebnissen anderer Projekte vernetzt werden. Andererseits gehen sie an ACCOBAMS, ein Unterabkommen des UNO-Umweltprogramms zum Schutz der Meeressäuger im Mittelmeer, bei dem OceanCare seit 2004 Partnerstatus hat.
Für den Schutz der Wale und Delphine ist diese breit angelegte Beobachtungsarbeit äusserst wichtig. Sie erlaubt es, den Rückgang einzelner Artenbestände oder Nutzungskonflikte zwischen Mensch und Tier (Militärmanöver, Schifffahrt, Fischerei u.a.) zu erkennen und frühzeitig Massnahmen einzuleiten. Ohne die Hilfe der Projektteilnehmenden wäre es unmöglich, dieses so genannte Monitoring zu realisieren.
Gibt es etwas, was Ihnen im Schutz der Wale und Delphine besonders am Herzen liegt?
Ich wünsche mir, dass das Vorsorge-Prinzip öfter angewendet wird. Besonders in der Meeresforschung dauert es oft Jahre, bis Probleme wissenschaftlich erhärtet werden können. Dann ist es häufig schon zu spät. Mangelndes Wissen wird zu oft als Grund vorgeschoben, dass sich nichts verändern muss. Heute brauchen wir alle eine gute Portion gesunden Menschenverstand und ein wachsames Auge. Als Organisation setzt sich OceanCare auf vielen Ebenen dafür ein, dass gehandelt wird, bevor es zu spät ist. Aber das reicht nicht. Jeder einzelne von uns muss zur Veränderung beitragen, die wir in der Welt sehen wollen. Die Teilnahme am Forschungsprojekt ist ein solcher Beitrag, ein freiwilliger Verzicht auf den Konsum von Meeresfischen wäre ein weiterer.
zurück
OceanCare - Oberdorfstrasse 16 - Postfach 30 - 8820 Wädenswil
Telefon: +41 (0) 44 780 66 88 - Fax: +41 (0) 44 780 68 08
E-mail: info@oceancare.org - Internet: www.oceancare.org




