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Japans Delphin-Massaker muss enden!

wädenswil, 22.09.2006

Protesttrommeln und Sprayaktion auf dem Berner Kornhausplatz am Mittwoch, 4. Oktober 2006, 13.30-17.30 Uhr

Die Faszination für „Flipper“ ist ungebrochen. Viele träumen davon, Delphine zu berühren oder mit ihnen zu schwimmen. Für die boomende Delphinarien-Industrie ist das Geschäft mit dieser Sehnsucht lukrativ – zum Leidwesen der Tiere. Tausende Delphine werden in Japan jährlich in Treibjagden abgeschlachtet. Finanziellen Anreiz für dieses Massaker bietet die Delphinarien-Industrie. Für geeignete Jungtiere, die vor dem Gemetzel ausgesondert werden und das Publikum später für viel Geld amüsieren oder therapieren sollen, bezahlen Delphin-Händler enorme Prämien.
 
«Es war das Grausamste, das ich in den 40 Jahren meiner Arbeit mit Delphinen gesehen habe.» Der amerikanische Delphinschützer Ric O’Barry ist noch immer erschüttert, wenn er sich an das jährlich stattfindende Delphin-Gemetzel erinnert, das er im Jahr 2004 in Taiji an der japanischen Küste erstmals versteckt filmen konnte.
 
Mit modernster Technik orten Fischer vor der Küste Delphinverbände, umzingeln sie mit Booten und treiben die in Panik fliehenden Tiere in eine Bucht. Im seichten Wasser werden sie von Schlächtern, Delphinhändlern und Tiertrainern erwartet, die während Stunden die schönsten Delphine für den Verkauf an Marineparks aussondern. Der grosse Rest der Tiere wird noch in der Bucht mit Haken und Messern brutal geschlachtet und endet zu Düngemittel, Tierfutter oder Dosenfleisch verarbeitet auf dem japanischen Markt.
 
Die Industrie mit den Delphinen boomt. Rund 40 Delphinarien existieren allein in Japan, gegen 200 weltweit – Tendenz steigend. Die grosse Nachfrage nach Delphinen kann durch Nachzuchten in Gefangenschaft bei weitem nicht gedeckt werden. Die meisten „Showstars“ werden wild gefangen und erzielen Preise von bis zu 100'000 US Dollar. Ric O’Barry, der mit OceanCare, der Schweizer Organisation zum Schutz der Meeressäuger, zusammen arbeitet, äussert die bittere Vermutung, dass Delphin-Treibjagden nur noch aufgrund der Einkäufe durch die Delphinarien-Industrie durchgeführt werden.
 
„Menschen haben die uralte Verbundenheit durch das Töten, Verletzen und Gefangennehmen von Delphinen bis zum Zerreissen strapaziert“, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. „Delphine sind hoch entwickelte Wesen. Respektieren wir endlich ihr Recht auf Freiheit und Wohlergehen!“.
 
 
Lautstarkes Signal für den Schutz der Delphine
 
Am Mittwoch, 4. Oktober 2006, von 13.30 – 17.30 Uhr, wird die Protest-Kampagne gegen das japanische Delphin-Massaker auf dem Kornhausplatz in Bern „eingetrommelt“. Japan pflegt nicht nur grausame und blutrünstige Traditionen. Zwei Schweizer Musiker der Gruppe „blue flower“ (www.blueflower.ch)  erinnern mit ihrer asiatischen Trommelkunst daran, dass das Land ein reiches musikalisches Erbe hat, das von einer würdigen Tradition zeugt. Die eindrückliche Performance ist ein lautstarkes Signal für den Schutz der Delphine. In einer dynamischen Sprayaktion lässt das Atelier Artmos 4 (www.artmos4.de) die Delphine vor Ort auftauchen.
 
Parallel zu diesem Anlass macht eine Flut von Protestkarten – 85'000 Karten im vergangenen, ebenso viele in diesem Jahr – den japanischen Botschafter in Bern auf den dunklen Schatten aufmerksam, den der respektlose Umgang mit den Delphinen auf sein Land wirft. Protestkarten können bei OceanCare kostenlos bezogen werden.
 
Mit der Broschüre „Delphinarien – Schattenseiten eines Booms“ informiert OceanCare die Öffentlichkeit über die prekären Hintergründe von Delphinarien. Wer die Schattenseiten kennt, kann entscheiden, ob er oder sie das Geschäft mit den Delphinen wirklich unterstützen will!

Weitere Informationen:
» Weblog über die Delphintreibjagd Oktober 2006 bis Februar 2007 ( Achtung: die Bilder und Grafiken können sehr schockierend sein!)


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