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Erneuter Hinweis: Militär für Walsterben verantwortlich
Wädenswil/München, 21.03.2006
Am 26. Januar strandeten vor der südspanischen Küste in der Nähe von Mojacar vier Schnabelwale (Ziphius cavirostris). Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen jetzt, dass die Tiere an der für Wale und Delphine untypischen Taucherkrankheit verendet sind. Die beauftragten Experten des Institute for Animal Health and Food Security (IUSA) der University of Las Palmas auf Gran Canaria stellten eine akute 'Gasembolie' fest. Für Symptome dieses Ausmaßes, gibt es derzeit keine natürliche Erklärung. Es wurde aber beobachtet, dass Tiere mit diesen Symptomen nur stranden, wenn militärische Manöver in der Nähe abgehalten werden.Die schweizerische Organisation OceanCare und die deutsche WDCS sehen darin einen weiteren Beleg für die Bedrohung der Meeressäuger durch vom Militär verursachten Unterwasserlärm.
Aufgrund von Autopsieergebnissen werden seit 1974 mindesten 26 Strandungen von Waltieren in Zusammenhang mit dem Einsatz von leistungsstarken aktiven Sonarsystemen gebracht. Folgen der Sonardröhnung sind Verletzungen in den Gehörgängen, Blut im Gehirn, blutunterlaufene Augen, Lungenschäden und Gasembolien, die bis zum Tode führen können.
Auch die deutsche Bundeswehr setzt auf ihren Schiffen Sonaranlagen dieser Art ein. Auf Grundlage des kürzlich in Kraft getretenen Umweltinformationsgesetzes (UIG) hat die WDCS einen Antrag auf Akteneinsicht beim Verteidigungsministerium gestellt. Nach einer fristgerechten Ablehnung und einem entsprechenden Widerspruch der WDCS musste das Verteidigungsministerium nun gemahnt werden, endlich eine Entscheidung zu fällen.
„Hier wird auf Zeit gespielt. Ausserdem ignoriert das Ministerium eine Resolution des EU-Parlaments, das die Mitgliedstaaten auffordert, auch militärische Daten im Zusammenhang mit Walstrandungen öffentlich zugänglich zu machen“, gibt Dr. Karsten Brensing von der WDCS zu bedenken.
Die US-Marine gestand bereits im Zusammenhang mit Walstrandungen auf den Bahamas im Jahr 2000 ein, dass ihre taktischen, mittelfrequenten Sonare, die wahrscheinlichste Ursache für die tödlichen Verletzungen der Wale waren.
„Wale und Delphine sind durch den zunehmenden Lärm in unseren Meeren bedroht. Verursacher sind neben dem Militär auch seismische Untersuchungen der Ölindustrie, Industrieanlagen sowie der zunehmende Schiffsverkehr“, erklärt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. „Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs, denn vermutlich stranden nur die wenigsten Tiere, der grösste Teil versinkt ungesehen in den Tiefen des Meeres.“
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