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Robbenjagd in Kanada

Wädenswil, 16.03.2006

Erneut 325.000 Robben zum Töten freigegeben

Robbenbaby copyright Brian SkerryKanadas Regierung hat für 2006 erneut 325'000 Sattelrobben zur Jagd freigegeben. Und dies obschon nach einem ungewöhnlich milden Winter die Eisschollen dünn sind, und zu befürchten steht, dass unzählige neugeborene Robben ertrinken werden.

In den letzten drei Jahren wurde auf dem kanadischen Packeis fast eine Million Robben getötet. 96% dieser Robben waren Jungtiere im Alter von weniger als drei Monaten. Die Zahl der getöteten Tiere ist aber erheblich höher, da viele Robben schwer verletzt ins Wasser flüchten und dort qualvoll verenden. Das beschämende Massaker wird von den kanadischen Behörden geduldet und von den Steuerzahlern unterstützt, denn jedes Jahr halten sich Eisbrecher der Küstenwache in den Jagdgebieten auf, ohne die die Robbenjagd gar nicht stattfinden könnte.

Das kanadische Gesetz schreibt in Kapitel IV, Absatz 28 (2) vor: „Jede Person, die eine Robbe mit einer Keule oder einem Hakapik schlägt, muss die Robbe auf die Stirn schlagen, bis der Schädel zertrümmert ist, und muss den Schädel von Hand untersuchen oder einen Blinzelreflex-Test durchführen, damit der Tod der Robbe feststeht, bevor ein weiteres Tier geschlagen wird.“ Augenzeugen berichten aber, dass Robbenjäger Tiere reihenweise niederschlagen, ohne sich um die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung, ob die Robbe tot ist, zu kümmern. Grund für dieses brutale Vorgehen ist die Quotenregelung. Die Quoten werden nämlich nicht einzelnen Robbenjägern oder Fangschiffen zugesprochen, sondern für die gesamte Jagd der Fangsaison verkündet. Dies hat zur Folge, dass Jäger und Fangschiffe sich geradezu einen Wettkampf liefern, um möglichst viele Robben zu töten.

Ein anderes Problem ist, dass die kanadische Regierung als einzige Ausbildung einen Lehrgang bei einem aktiven Robbenjäger verlangt. So werden Grausamkeit und schlechte Praxis einfach von Erfahrenen an Unerfahrene weitergegeben. Deshalb kommt es immer wieder vor, dass Tiere, die noch bei Bewusstsein sind, aufgeschlitzt werden, oder dass sie in ihrem eigenen Blut ersticken. Die Robbenjagd ist unbeschreiblich grausam. Die Tiere erleiden furchtbare Schmerzen, und der Todeskampf kann mehr als eine Stunde dauern.

„In den letzten Jahren wurden mehr als 660 Beispiele von Grausamkeiten und Verletzungen des kanadischen Tierschutzgesetzes auf Video festgehalten und zusammen mit den Zeugenaussagen dem Departement für Fischerei und Ozeane übergeben. Doch gegen keinen einzigen Tatbestand wurde Anklage erhoben.“ sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare. „Da stellt sich schon die Frage, was für eine Art von Regierung das ist, die solche Brutalität zulässt und auch noch fördert.“

Anders als die Kanadische Regierung reagiert die Weltöffentlichkeit. Weltweit beteiligen sich sehr viele Menschen an den Protesten gegen die Robbenjagd. In der Schweiz organisiert OceanCare Widerstand und verteilt Protestkarten, die an die kanadische Botschaft in Bern geschickt werden können. Zu bestellen bei OceanCare unter Telefon 044 780 66 88 oder info@oceancare.org.



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