OceanCare Cybernews

Ausgabe 7, Juli 2010

 

Sushi_istockphoto.com


Sushi-Manie gefährdet Roten Thunfisch:
Dringender Appell an die kulinarische Vernunft!

Die Gier nach Sushi und Sashimi bedroht einen uralten Bewohner des Mittelmeers. Dezimiert wurden die Bestände des  Roten Thunfischs – auch Blauflossen-Thun genannt – bereits durch Japans Vorliebe für sein zartes Fleisch. Nun, da der Run auf rohen Fisch auch Europa und China erfasst hat, drohen die im ausgewachsenen Stadium über vier Meter lange Fische auszusterben. Zu gut schmecken sie dem Gaumen.

Der Rote Thunfisch lebt im nördlichen Atlantik, im Mittelmeer, in der Karibik und im Golf von Mexiko. 90% seiner Bestände wurden seit 1960 ausgefischt. Der Raubbau geht weiter: Allein die EU subventionierte den Ausbau ihrer Thun-Fangflotte im vergangenen Jahrzehnt mit 34,5 Mio. Euro. Wurden früher noch Thunfische mit bis zu 700 Kilo Gewicht gefangen, sind heute schon Exemplare von 200 Kilo ein guter Fang. Das sind junge Fische, die noch keine Nachkommen hinterlassen haben.

Aussterbende Arten konsumieren?
Geht das Schlemmen ungebremst weiter, dürfte der Rote Thunfisch laut einer WWF-Studie bis 2012 ausgerottet sein. In der Schweiz isst jede Person im Schnitt 8,5 Kilo Fisch pro Jahr. Thunfische brutzeln auf dem Grill, kommen aus der Dose auf den Teller oder werden in japanischer Manier kunstvoll angerichtet. Wer überlegt sich schon, dass er dabei vielleicht ein Wildtier verspeist, das so selten ist wie der Grosse Panda oder der Tiger.


Thunfische

Wir alle entscheiden über das Schicksal des Roten Thunfischs!

  • Acht Thunfisch-Arten gibt es und alle sind bedroht. Essen Sie also möglichst keinen Thunfisch – weder frisch, noch aus der Dose.

  • Beschränken Sie Ihren Konsum auf Süsswasserfische aus einheimischen Gewässern. Soll es trotzdem einmal Meerfisch sein, dann nur aus nachhaltigem Fang.  Meiden Sie dabei Raubfische (Fisch fressende Fische), wie Thunfisch oder Schwertfisch. Ihr Fleisch ist oft stark mit Schadstoffen belastet (u.a. Quecksilber, Cadmium, PCB und Pestizide).

  • Eine vorwiegend pflanzliche Ernährung auf der Basis frischer, lokaler Produkte tut gut und vermeidet lange Transportwege. Omega-3-Fettsäuren hat es auch in Zuchtalgen-, Lein- und Rapsöl. 


Weitere Informationen:

OceanCare-Broschüre „Industriefischerei“
Artikel „Der letze seiner Art – Der Rote Thunfisch“
Webseite zum Film „The End of the Line“
Greenpeace Fischführer mit iPhone-App
Omega-3 auf pflanzlicher Basis



HEPCA_Banner

Gesucht: Teilnehmer für das Red Sea Dolphin Project in Ägypten

Mehr als 8 Millionen Touristen reisen jährlich nach Ägypten ans Rote Meer. Schäden an der Umwelt sind in der Region nicht mehr nur eine Gefahr, sondern bittere Realität. Hepca, eine führende Umweltschutzorganisation in Hurghada, startet ein neues Feldforschungsprojekt.

Untersucht wird die Verbreitung von Delphinen in den Gewässern des Roten Meers vor Ägypten. Wichtige Lebensräume sollen erkannt und vor negativen Einflüssen geschützt werden. Für die Datenaufnahme an Bord des Forschungsschiffes ist Hepca auf Mithilfe angewiesen. Das Projekt ist in Blöcke von jeweils 10 Tagen aufgeteilt. An folgenden Daten hat es noch Plätze frei:

August: 1.-11. / 12.-22.
Dezember:  4.-12. / 13.-21.

Weitere Infos und Anmeldung



Wasserbild

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Reform der EU-Fischereipolitik: Wegweisende Petition

Die Europäische Union hat es versäumt, die Fischereipolitik verantwortungsvoll zu organisieren. Schon viel zu lange lenken kurzfristige Interessen das Fischereimanagement. Der Verbund Ocean2012, dem OceanCare angehört, will erreichen, dass die für 2012 geplante Fischerei-Reform dem Raubbau an den Fischbeständen einen Riegel schiebt und destruktive Fangmethoden verbietet. 

Unterzeichnen Sie hier eine entsprechende Petition an Maria Damanaki, Kommissarin für Meeres-Angelegenheiten und Fischerei.




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