Ausgabe 7, Juli 2008
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Deutlich abgelehnt wurde Dänemarks Antrag auf Ausweitung des indigenen Walfangs in Grönland. Die Dänen wollten auf den Abschuss von acht Finnwalen verzichten, wenn ihnen im Gegenzug zehn Buckelwale zugesprochen würden. Die Ablehnung des Antrags lag auf der Hand, da die Wale in Grönland trotz des internationalen Walfangverbots und trotz des Handelsverbots mit Walprodukten noch immer zu kommerziellen Zwecken bejagt werden. Entgegen den Empfehlungen von OceanCare stimmte die Schweizer Delegation für die Annahme des Angebots.
In den vergangenen zwölf Monaten wurden weltweit 1895 Grosswale getötet: 1534 Zwergwale, 132 Grauwale, 100 Seiwale, 63 Grönlandwale, 50 Brydewale, 12 Finnwale, 3 Pottwale und 1 Buckelwal. Sie gehen auf das Konto folgender Länder: Japan (862), Norwegen (597), Dänemark/Grönland (181), Russland (131), USA (64), Island (45), Korea (14), sowie St. Vincent und die Grenadinen (1).
Fleisch, das keinen Käufer findet, muss nicht produziert werden. Seit 1997 lässt OceanCare von einem renommierten Labor in Tokyo regelmässig Walfleischproben auf den Gehalt von Schwermetallen und Chemikalien untersuchen. Die Studien zeigen durchwegs, dass die „Delikatesse“ mit Schadstoffen verseucht ist. Aufgrund dieser Resultate sinkt die Nachfrage nach Walfleisch in Japan stetig. Heute sind die Kühlhäuser des Inselstaates meist noch voll, wenn die Walfänger bereits wieder zur Jagd ausziehen.
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Auf Initiative von OceanCare und WDCS sprachen sich anlässlich der Walfangkonferenz zudem 30 Reiseveranstalter in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Frankreich gegen den isländischen Walfang aus. Trotz des international geltenden Walfangverbots gab Islands Fischereiminister Mitte Mai vierzig Zwergwale zum Abschuss frei. Das erste Tier wurde tags darauf vor Flaxafloa, einem Ausgangspunkt isländischer Walbeobachtungstouren, getötet. Dass sich der Walfang negativ auf den Tourismus auswirken kann, liegt auf der Hand.
Durch langjährig etablierte Beziehungen im Umfeld der IWC erreichte OceanCare, dass Frankreich den Wissenschaftler Stéphane Jérémie aus Martinique in die Delegation aufnahm. Karibische Staaten sind aufgrund ihrer schwachen Ökonomie für Japans Stimmenkauf besonders anfällig, weshalb es wichtig ist, dass karibische Wissenschaftler ihre Meinung ohne Rücksicht auf wirtschaftliche Interessen in die Diskussion einbringen können.
Ohne Sie wäre unser Einsatz nicht möglich! Seit 1992 ist OceanCare die einzige Schweizer Organisation, die an den jährlichen Konferenzen der IWC die Interessen der Wale verteidigt. Hier finden Sie eine Darstellung unserer bisherigen Aktivitäten zum Schutz der Wale. Das Tagebuch des IWC-Delegierten von OceanCare kann im neuen Blog von OceanCare eingesehen werden.
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